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Mönchengladbach: Mehr als 50.000 Feuerwehr-Einsätze

Jahresbilanz 2018 : Mehr als 50.000 Feuerwehr-Einsätze

Rund 140-mal am Tag wird die Feuerwehr gerufen. Doch nicht immer werden echte Notfälle gemeldet. Erschreckend viele Menschen fordern den Rettungsdienst an, obwohl sie nur Bagatell-Beschwerden haben. Ein bundesweiter Trend.

Jahr für Jahr steigen bei der Feuerwehr die Einsatzzahlen. 2018 wurde in Mönchengladbach erstmals die 50.000-Marke geknackt. Ursachen gibt es viele. Unwetter sind ein Grund. 2129-mal leistete die Feuerwehr im vergangenen Jahr technische Hilfe, das sind knapp 300 Einsätze mehr als im vergangenen Jahr.

Das weitaus größte Einsatzaufkommen gibt es aber beim Rettungsdienst. 37.273-mal rückten Rettungswagenbesatzungen und Notärzte aus. Das sind mehr als 100 Einsätze pro Tag. Eine Zahl, die in den vergangenen Jahren enorm gestiegen ist. Doch nicht jeder, der die 112 wählt, meldet auch einen Notfall. Es gibt erschreckend viele Menschen, die mit Bagatell-Beschwerden einen Rettungswagen anfordern. Den bundesweiten Trend merkt man auch in Mönchengladbach. „Das Verhältnis von echten Notfalltransporten zu Trivialeinsätzen ist 40:60“, sagt Feuerwehrchef Jörg Lampe. Dass sich ein gemeldeter Notfall als normaler Bauchschmerzen-Patient entpuppt, lasse sich oft im Voraus nicht erkennen. Manchmal wisse der Betroffene selbst nicht, dass seine Beschwerden nicht ernsthaft sind. Manchmal aber doch. „Einige kennen die Schlüsselwörter ganz genau, sprechen von Atemnot und Druck im Brustbereich“, berichtet Lampe. Ob akut gefährdet oder nur kränklich, das lasse sich am Telefon oft schwer bewerten.

„Wir müssen in jedem Fall für die Sicherheit der Menschen sorgen“, sagt Feuerwehrdezernet Matthias Engel. Bekomme ich einen Termin beim Arzt? Wie ist meine Hemmschwelle? Rufe ich die Feuerwehr an, um endlich wieder mit jemandem zu reden? Die Gründe, weshalb Menschen den Notruf ohne Not anrufen, seien vielfältig, sagt Engel. Und: „Das Problem werden wir hier alleine nicht lösen können.“

Höhere Einsatzzahlen verlangen auch eine Anpassung beim Personal und Material. Alleine für den Rettungsdienst hat Mönchengladbach gerade einen Mehrbedarf von 20 Stellen angefordert. Weil geeignete Kräfte immer schwieriger zu finden sind, bietet die Feuerwehr in Mönchengladbach spezielle Ausbildungsmodelle an – zum Beispiel die kombinierte Feuerwehr-Ausbildung zum Notfallsanitäter und Brandmeisteranwärter. Insgesamt sind bei der Feuerwehr zurzeit 56 Männer und Frauen in der Ausbildung. „So viele gab es noch nie“, sagt Lampe.

Auch wenn in diesem Jahr noch nicht einmal das erste Quartal beendet ist, weiß der Feuerwehrchef eines bereits ganz gewiss: „Die Zahl der Krankentransporte wird enorm steigen.“ Das liegt auch daran, dass der Deutsche Hilfsdienst Insolvenz anmeldete und dadurch seine Lizenz verlor. Er darf seit 1. Februar nicht mehr für die Stadt Krankentransporte übernehmen. Die Feuerwehr übernimmt jetzt seine Fahrten.

Die Zahl der gemeldeten Brände hat in der Stadt im vergangenen Jahr etwas abgenommen. 590 waren es in 2018, im Jahr davor 599. Dafür haben sich die Großbrände von vier auf acht verdoppelt. Insgesamt 39 Menschen wurden dabei verletzt, eine 63-jährige Frau konnte trotz Reanimationsversuche nicht mehr gerettet werden. Sie war bei einem Brand an der Mülforter Straße am 2. April 2018 bewusstlos gefunden worden.