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Mönchengladbach: Mehr als 500 Personen sind an Grippe erkrankt

Mehr Fälle als im NRW-Schnitt : Schon mehr als 500 Grippefälle in Mönchengladbach

Die Region Mönchengladbach / Viersen gehört zu den am schwersten von Influenza betroffenen in NRW. Bis Montag wurden dem Gesundheitsamt 534 Fälle gemeldet. Das Maria Hilf muss die Patienten auf allen Stationen unterbringen.

Die Zahlen sind alarmierend. Bis Montagmittag wurden dem Gesundheitsamt der Stadt 534 Fälle von Influenza, also Grippe, gemeldet. „Das ist mehr als im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt“, sagt Stadtsprecher Dirk Rütten. Im Krankenhaus Maria Hilf werden so viele Patienten wegen der Krankheit behandelt, dass sie über das ganze Haus verteilt werden mussten. „Wir haben Probleme, die Patienten unterzubringen, weil sie isoliert werden müssen. Dafür nutzen wir Einzelzimmer auf allen Stationen“, sagt Andreas Lahm, der Vorsitzende der Geschäftsführung des Maria Hilf. Laut Robert-Koch-Institut gehört die Region Mönchengladbach / Viersen zu den am stärksten von akuten Atemwegserkrankungen betroffenen Gegenden in ganz Nordrhein-Westfalen. Dazu gehören Bronchitis sowie Rachen- und Lungenentzündugen, die häufig im Zusammenhang mit der echten Influenza auftreten.

Auffällig ist bei den Zahlen vor allem, dass es laut Robert-Koch-Institut nicht mehr Fälle gibt als im Vorjahr. In Mönchengladbach hingegen schon. „Wir hatten Patienten, die wir auf der Intensivstation behandeln mussten und die beatmungspflichtig waren“, sagt Andreas Lahm. Dass es im Maria Hilf so viele Patienten mit Grippe gibt, liege auch daran, dass andere Krankenhäuser ihre Patienten dorthin schicken, weil sie keine Möglichkeit zur Behandlung mehr haben. „Das Problem ist vor allem ein räumliches“, sagt Lahm. Aber auch für das Personal bedeuten Grippepatienten einen vermehrten Aufwand. Betroffen sind in Mönchengladbach nicht nur die typischen Altersgruppen. Auch viele junge Menschen wurden im Maria Hilf mit schwersten Symptomen behandelt. „Bei älteren Menschen, die vielleicht auch Probleme mit dem Herzen oder der Lunge haben, ist die Grippe natürlich noch einmal schlimmer und schwerer zu verkraften“, sagt Andreas Lahm. Viele Patienten nahm das Krankenhaus über die Notaufnahme auf.

Im Januar begann die Grippesaison. Damals gab es 49 Fälle in Mönchengladbach. Im Februar schnellte die Zahl auf 347 hoch. Normalerweise gilt der Karneval als Höhepunkt der Grippewelle. „In diesem Jahr haben wir ihn aber schon früher erreicht. Rund um Karneval kamen dann noch einmal viele Fälle dazu“, sagt Lahm. Im März gibt es bislang, Stand Montagmittag, 138 Grippefälle. Aus dieser Entwicklung geht hervor, dass die Grippewelle noch immer andauert, aber abflaut. Die Zahl der Grippefälle in Mönchengladbach wird also noch etwas ansteigen.

Sich vor Grippe zu schützen, ist nicht einfach. Zwar gibt es Grippeschutzimpfungen, doch sollte noch einiges mehr beachtet werden, da die Impfung erst nach zwei Wochen wirkt. Die Influenza ist eine Tröpfcheninfektion. Daher sollte man sich oft die Hände waschen und sich nicht mit den Fingern ins Gesicht fassen. Denn daran haften Viren, die zum Beispiel über Türgriffe, Einkaufswagen oder andere Oberflächen aufgenommen werden. Geschlossene Räume, öffentliche Verkehrsmittel und Supermärkte gelten daher als Orte, an denen man sich leicht ansteckt.

Die Dunkelziffer der Grippefälle dürfte noch höher liegen, da die echte Influenza nicht immer eindeutig von einem grippalen Infekt zu unterscheiden ist. Beide gehen einher mit Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen. Bei der echten Grippe tritt häufig eine Lungenentzündung als Begleiterscheinung auf. Im schlimmsten Fall kann die Grippe tödlich sein.