1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Maroder Bahnhof Rheydt sorgt für Ärger bei Bahnreisenden

Marodes Gebäude in Mönchengladbach : Im Bahnhof Rheydt tropft’s von der Decke

Das Gebäude verkommt zur Ruine. Die Entwicklungsgesellschaft will nichts mehr in die abbruchreife Immobilie investieren, das Dach aber abdichten. 2020 soll ein Antrag für einen Neubau gestellt werden.

Rasch durch – und möglichst schnell wieder raus: Wer mit dem Zug in Rheydt ankommt oder von dort abfahren will, der verbringt wohl kaum gerne Zeit im Bahnhofsgebäude. Die Immobilie gleicht einer Ruine: Es ist dreckig, an den Wänden bröckelt der Putz, Schmierereien – und neuerdings tropft es bei Regen auch noch von der Decke. An manchen Stellen in der Wartehalle bilden sich dann Pfützen auf dem Fußboden. „Man ist ja vieles gewohnt, gerade vom Rheydter Bahnhof. Aber das wird immer besser“, sagt Sebastian Dreyer mit einer gehörigen Portion Ironie. Dreyer, den viele als Verbraucherschützer kennen, ist Bahnpendler und regelmäßig am Rheydter Bahnhof. Er hat Fotos von dem eindringenden Wasser und dem Zustand des Bahnhofs bei Facebook gepostet. In dem sozialen Netzwerk regen sich immer wieder Bürger über den maroden Zustand des Gebäudes auf.

Immerhin: Die städtische Entwicklungsgesellschaft Mönchengladbach (EWMG), die den Bahnhof besitzt, sagt zu, das Dach abdichten zu lassen. „Wir schicken Handwerker los“, sagte EWMG-Chef Ulrich Schückhaus am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Er weiß um den „trostlosen“ Zustand des Gebäudes, betont aber auch, dass sich eine Investition nicht mehr lohnt. Das Gebäude ist abbruchreif und soll schnellstmöglich einem Neubau weichen – laut Schückhaus am liebsten mit neuer Polizeiwache. Die EWMG hat Interesse bei der Polizei angemeldet und befindet sich bereits in Gesprächen. Bis März 2020 erhofft sich Schückhaus Gewissheit darüber, ob die EWMG mit der Polizei als Mieterin für ein neues Bahnhofsgebäude rechnen kann.

Dazu müssen zwei Hürden genommen werden: Die Gesellschaft und die Polizei müssen sich über die Raumplanung einig werden. Und die EWMG muss Eigentümerin der Immobilie werden. Letzte Verhandlungen mit der Bahn laufen. Ulrich Schückhaus hofft, dass der Eigentumsübergang bis zum Jahresende geregelt werden kann. Problematisch: Es muss exakt festgestellt werden, was Eigentum der Bahn ist und was nicht. Für Schückhaus steht jedoch fest: „Nächstes Jahr will ich einen Bauantrag stellen.“