Gladbachs „Manamana“ macht es vor Wie Klimaschutz in einem Brauhaus laufen kann

Mönchengladbach · Die Chefs von Gladbachs „Manamana“ haben sich in ihrem Betrieb von fossilen Brennstoffen und mehr verabschiedet. Was die Gründe dafür sind, und welche vielen kleinen Maßnahmen sie umsetzen.

 Die beiden Inhaber Hauke Jakob (l.) und Marcel Mollet vor dem Manamana am Alten Markt in der Gladbacher City

Die beiden Inhaber Hauke Jakob (l.) und Marcel Mollet vor dem Manamana am Alten Markt in der Gladbacher City

Foto: Carsten Pfarr

Wie kann eine Gastronomie ihren ökologischen Fußabdruck möglichst klein halten? Diese Fragen haben sich Hauke Jakob und Marcel Mollet vom Manamana gestellt. Ihr Ziel: Das Brauhaus zu 100 Prozent CO2-neutral zu führen und damit eine Vorbildfunktion in der City, vielleicht sogar überregional, einzunehmen. „Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, in der Gastronomie umweltbewusst und trotzdem gewinnbringend zu arbeiten“, sagt Jakob.

Auf ihrem Weg hat das Duo ermitteln lassen, wie viel CO2 der Betrieb pro Jahr auf dem Papier ausstößt – für Fahrten (Lieferungen, Einkauf etc.), für Öl, beim Müll. In einem ersten Schritt wurde an kleinen Stellschrauben gedreht. So ist die Beleuchtung auf LED umgerüstet worden, wobei schon viele Lampen entsprechend ausgestattet waren. Beim Einkauf greift das Team nun vermehrt auf das Rad zurück oder geht zu Fuß, setzt auf regionale Produkte. Und im Alltagsgeschäft wird versucht, den Müll zu reduzieren – Stichwort Strohhalme und Co. – und vor allem strikt zu trennen. Dass die Großbrauerei, von der das Manamana beliefert wird, sich ohnehin Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben hat, kommt dem Duo entgegen. Das kompensierte zudem die Emission des Betriebs mit dem Erwerb eines CO2-Zertifikats.

Zu den vielen kleinen Maßnahmen gesellt sich eine große: die Öl-Heizung durch eine Wärmepumpe ersetzen und gleichzeitig komplett auf Ökostrom umzustellen. Eine „hohe fünfstellige Investition“, die durch eine Förderung etwas abgefedert wurde, und einigen Arbeiten später war auch das geschafft. Sogar mit Raumgewinn: „Wo früher die Öltanks standen, können wir jetzt unser selbst gebrautes Bier lagern“, sagt Mollet.

Für den Gast könnte die Umstellung etwa durch die Wärmepumpe an der Rückwand sichtbar sein. Doch eine weitere kleine Maßnahme soll künftig ins Auge fallen: Die Inhaber haben Hopfen gepflanzt, der an der Hauswand entlangwachsen soll.

Für den Gast könnte die Umstellung etwa durch die Wärmepumpe an der Rückwand sichtbar sein. Doch eine weitere kleine Maßnahme soll künftig ins Auge fallen: Die Inhaber haben Hopfen gepflanzt, der an der Hauswand entlangwachsen soll.

Foto: Carsten Pfarr

„Klimaschutz war für uns schon immer ein wichtiges Thema“, betont Jakob. Bei den Gästen und im Team kommen die Änderungen ihm zufolge gut an. „Die Mitarbeiter waren sofort überzeugt und voll dabei. Ist doch klar, bei Nachhaltigkeit und Umweltschutz machen die gerne mit“, sagt Jakob. Auch die Gäste seien selbst darauf bedacht, ihren ökologischen Fußabdruck klein zu halten. „Und jetzt können sie hier guten Gewissens ein Getränk trinken, ohne der Umwelt zu schaden.“

Jakob und Mollet hoffen, dass sich ihr „Herzensprojekt“ rumspricht. Sie sehen sich in einer Vorreiterrolle. Jakob hofft, „dass andere Gastronomien unserem Beispiel folgen und ihre Betriebe ebenfalls möglichst klimaschonend betreiben.“ Er räumt aber auch ein, dass das nicht immer einfach sei. Große Umbauarbeiten könnten bei Mietobjekten ein Problem darstellen. Das Manamana hat keine Küche, und damit automatisch einen Energiefresser weniger. Der größte Verbrauch dort hänge mit der (strombetriebenen) Brauanlage zusammen. Jakob ist aber überzeugt: „Möglich ist das, was wir machen, für jeden Betrieb. Und je mehr Firmen und Gastronomien sich mit dem Thema wirklich beschäftigen, desto besser. Denn am Ende ist uns allen geholfen.“

Für das Manamana-Duo enden die Bemühungen indes nicht. „Im nächsten Schritt möchten wir selbst Strom produzieren“, kündigt Jakob an. Eine PV-Anlage würde sich nicht anbieten. Stattdessen liebäugeln die beiden mit Aeromine – Mini-Windturbinen, die auf Dächern installiert werden können. Weil die Technik noch recht jung ist, wollen Jakob und Mollet aber noch etwas warten, bis sie sich dem nächsten großen Schritt widmen.