1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Mags will Bäume an der Konradstraße fällen

Anwohner empört : Mags will Bäume an Konradstraße fällen

Von sommerlichem Trockenstress geschwächt und krank durch Schädlinge – wegen dieser Diagnose will die Mags etwa 200 Bäume und Sträucher an der Landwehr fällen. Anwohner sind empört.

 Rotes Kreuz bedeutet nicht immer Erste Hilfe, es kann auch das Ende bedeuten. Das befürchten Anwohner der Dahler Landwehr jedenfalls für zahlreiche Bäume, die im Grünstreifen entlang der Konradstraße mit roten Kreuzen markiert sind. Baumfällungen „im erschreckenden Ausmaß“, erwarten beispielsweise Irene und Bodo Venten, die an der Landwehr wohnen. Entsetzt über die vielen Kreuze haben sie die Markierungen mit der Kamera dokumentiert. Und in der Tat: Die Mags will an der Landwehr in größerem Stil Bäume und Sträucher fällen. Dafür gibt es nach Ansicht der für die Grünpflege zuständige Stadttochter aber gute Gründe.

Bei Kontrollen entlang der Landwehr, erklärte eine Mags-Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion, seien „etliche abgestorbene und stark geschädigte Bäume und Gehölze aufgefallen. Dabei handelt es sich unter anderem auch um Eichen, Buchen, Kirschen und Ahorne, die aufgrund von Trockenschäden bedingt durch die vergangenen Sommer sehr viel Totholz aufweisen“.  Der Baumbestand leide deutschlandweit unter dem Kliamwandel. Folge: „Dem so geschwächten Baumbestand setzen Schädlinge wie Borkenkäfer, Pilze und Krankheiten wie das Eschentriebsterben oder die Rußrindenkrankheit massiv zu“, argumentiert die Mags.

Deshalb will die Stadttochter einem Drittel der annähernd 300 Gehölze und Bäume in dem Grünstreifen einen ordentlichen „Pflegeschnitt“ verpassen. Die restlichen zwei Drittel sollen in der Tat gefällt werden. Die Untere Naturschutzbehörde sei bereits vom Förster der Mags über die Pläne informiert worden.

Gründe, die das Ehepaar Venten wohl nicht überzeugen. Bei Stürmen in den vergangenen Jahren hätten sich die Bäume als „äußerst robust und widerstandsfähig“, erwiesen, berichten sie. Und: „Das Ausmaß der vorgesehenen Fällungen ist derart drastisch, dass das Naturdenkmal Landwehr seinen heutigen Charakter über Jahrzehnte verlieren würde. Auch wenn die Bäume vielleicht nicht zum Natur- und Kulturdenkmal selbst gehören, wie die die Wälle der Landwehr, so lassen sich Fällungen in diesem Landschaftsschutzgebiet in dieser Größenordnung kaum rechtfertigen – auch nicht mit dem Verweis auf die öffentliche Sicherheit oder etwaige Krankheiten beziehungsweise Parasitenbefall.“

Die Mags will sich einer Diskussion mit empörten Anwohners durchaus stellen. Am 5. Februar möchte sie sich mit ihnen vor Ort treffen und ihr Vorhaben erläutern. Dazu gehört nach Angaben der Mags-Sprecherin auch, dass für die gefällten Bäume und beseitigten Sträucher Ersatz gepflanzt werden soll. Und zwar zur dafür passenden Zeit im nächsten Herbst.

Dabei will sich die Mags an einer Liste der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (Galk) orientieren und auf Grün setzen, das den Klimawandel hoffentlich besser überstehen kann als die bislang an der Landwehr wachsenden Baum- und Gehölzarten. Was genau gepflanzt werden soll, darüber wird es womöglich erst im Sommer Klarheit geben, wenn der Auftrag die Maßnahme zur Vergabe ausgeschrieben werde. Außer neuen Bäumen soll es auf jeden Fall auch neue Sträucher geben. Etliches, was in dem Grünstreifen sprießt, ist nicht von Menschenhand angelegt worden, sondern von alleine gewachsen. Dieser Charakterzug der Landschaft könne mit den neuen Sträuchern erhalten werden, sagt die Mags.
Fazit: Problem ungelöst