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Mönchengladbach: Männerberatung beim SKM hilft in schwierigen Lagen

Beratung in Mönchengladbach : Wo Männer über ihre Gefühle sprechen können

Christoph Föhles berät Männer, die sich in einer schwierigen persönlichen Lage befinden und den Mut haben, bei dem Sozialarbeiter Unterstützung zu suchen. Ein Angebot des Katholischen Vereins für soziale Dienste (SKM), bei dem ein wichtige Rolle spielt, was die Ratsuchenden empfinden.

Wer in eine Krise gerät, redet in den meisten Fällen nicht gerne darüber. Es ist einem unangenehm, und man schämt sich vielleicht, denn in einer Leistungsgesellschaft ist Scheitern eigentlich nicht vorgesehen. Das gilt insbesondere für Männer. Sie machen ihre Probleme  oft lieber mit sich alleine aus – womöglich ohne sich dabei mit ihren Gefühlen wirklich zu beschäftigen. Genau da setzt Christoph Föhles an. „Wir benennen das Krisenthema und treten durch dieses Thema in Kontakt mit unseren Gefühlen. Wir fragen uns Welches echte Gefühl steckt hinter der Krise, die ich gerade habe? Ist das wirklich Wut oder habe ich in Wirklichkeit Angst?“, erklärt der Sozialarbeiter, der beim SKM Männer in Krisensituationen berät.

Eine Stunde nimmt sich Föhles bei einem Treffen Zeit. „Diese Sitzungen sind ergebnisoffen. Wir sprechen über das Thema, das den Mann gerade zu diesem Zeitpunkt beschäftigt. Wir benötigen ungefähr sieben bis acht Gespräche“, erklärt er.

Seit einiger Zeit kommt auch Daniel C. zu ihm in die Beratung. Beide Männer hatten sofort einen Draht zueinander. „Ich habe das Gefühl, wir kennen uns schon ewig“, sagt Christoph Föhles und blickt zu seinem Gesprächspartner hinüber, der das mit einem Nicken bestätigt. C. ist Vater einer kleinen Tochter und möchte wieder mehr Kontakt zu seinem Kind. Er bekam jedoch die Auflage, sich eine Beratung zu suchen.

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Wenn Daniel C. erzählt, tut er das mit fester Stimme. Man merkt, er hat ein Ziel vor Augen und weiß, was er möchte. Kurz: Er vertritt seinen Standpunkt. Ein Ergebnis der Gespräche mit Christoph Föhles. „Ich bin früher gerne der Konfrontation aus dem Weg gegangen. Habe oft die Faust in der Tasche geballt, wenn ich das Gefühl hatte, etwas läuft hier gerade aus meiner Sicht nicht richtig, statt einfach meine Meinung zu sagen“, erzählt C.. „Ich hatte meinen Standpunkt, wusste aber nicht, wie ich ihn äußern kann. Ich habe oft um den heißen Brei herum geredet.“

Das habe sich im Verlauf der Beratung schnell geändert, sagt Daniel C. Er sei viel selbstbewusster geworden, habe ein besseres Auftreten. „Ich bin positiv überrascht, wie schnell das geht. Ich bekomme durch die Gespräche viel Energie. Ich gehe die Dinge jetzt auch viel aktiver an. Man bekommt einen positiven Schubs“, berichtet er. Bedenken, über seine Gefühle zu reden, hatte er nicht. „Es ist mir nicht schwer gefallen, über meine Gefühle zu sprechen. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden.“ Wenn es jetzt Probleme gibt, kann er sie ansprechen und klar darlegen, was gerade für ihn nicht funktioniert.

Auch Christoph Föhles freut sich über die Fortschritte und ist sich sicher, dass Daniel C. in nicht allzu ferner Zukunft die Männerberatung nicht mehr braucht. Dann ist es Zeit für den Abschied. „Auch dieser Prozess ist bei der Beratung wichtig und muss vorbereitet werden. Man verbringt eine intensive Zeit miteinander“ , sagt Christoph Föhles.

Für den Abschied hat sich der Berater ein kleines Ritual ausgedacht; Man trinkt man zusammen ein alkoholfreies Bier. Das wird Christoph Föhles auch mit Daniel C. so machen, wenn der Zeitpunkt dafür  gekommen ist.