Mönchengladbach: LVR-Klinik eröffnet Raum der Stille

Eröffnung : Ein „Raum der Stille“ – nicht immer still

In der LVR-Klinik können Patienten und Mitarbeiter jetzt in besonderer Umgebung abschalten.

Schon während der Kernsanierung vor circa zwei Jahren stand für Pflegedirektor Jochen Möller fest: ein Raum zum Abschalten für Mitarbeiter und Patienten muss her. Die LVR-Klinik trat deshalb mit der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft in Kontakt, die mit Patienten den „Raum der Stille“ gestaltete.  Nun wurde auf der Heinrich-Pesch-Straße Eröffnung gefeiert.

Bereits seit Februar werde an dem Raum gearbeitet, die Leitung hatte dabei Ruth Gilberger, Vorständin der Montag Stiftung. Erste Ideen stammten von den Künstlern Annika Staudt und David Semper. Der Raum der Stille ist ein helles Zimmer mit hohen Decken. An den Wänden befinden sich Kissen, die von den Patienten in einer Stickstube angefertigt wurden. Sie können einfach heruntergenommen und als Sitzgelegenheiten auf den Boden gelegt werden.

In der Mitte des Raums befindet sich ein großes, rundes Objekt in hellblauer Marmor-Optik – ursprünglich eine Satellitenschüssel, die mit Tapete und Leim bearbeitet wurde. Nun ist sie eine „Resonanzschale“ und bildet die Mitte des Raums. Die Idee dafür bekam Ruth Gilberger in Marokko: „Satellitenschüsseln gibt es in jeder Kultur. In die Resonanzschale kann man etwas hineingeben und wer weiß, vielleicht bekommt man auch etwas zurück.“

„Raum der Stille“ bedeutet nicht, dass dort nicht gesprochen werden darf. Ganz im Gegenteil, die Resonanzschale soll zeigen, dass Kommunikation und gegenseitiges Verständnis in der LVR-Klinik ganz oben stehen sollen. Aus diesem Grund wurde zur Eröffnung der Künstler Axel Schweppe eingeladen, der mit den Besuchern ein Klangspiel veranstaltete. Dabei wurden Klänge erzeugt, indem gegen Schüsseln geschlagen wurde. Die Teilnehmer sollten acht darauf geben, wann der Klang des Vorgängers verstummte und wann es angebracht und angenehm sei, einen weiteren Klang zu erzeugen.

Jochen Möller, der auch Vorsitzender des Ethikforums der LVR-Klinik Mönchengladbach ist, war es wichtig, den Patienten und Mitarbeitern einen Rückzugsort zu bieten. Der Raum sei dabei ein Ort ohne jeglichen Anspruch. „Dort kann gelesen werden, genauso gut können Menschen ihren Gebetsteppich ausrollen.  Sie können den Raum besuchen, um ruhige Gespräche zu führe,n oder aber auch, um bestimmten Situationen zu entfliehen“, sagt er. Möller und Gilberger waren bereits vor der offiziellen Eröffnung begeistert davon, wie der Raum angenommen wurde. Die Resonanz und Beteiligung, besonders die der Patienten und Patientinnen, sei sehr hoch gewesen.