Mönchengladbach: Lungenkrankheiten bei Raucherinnen dramatisch gestiegen

Gesundheitsstatistik : Lungenkrankheiten bei Raucherinnen dramatisch gestiegen

Tödliche Tendenz: 1741 Männer und Frauen mussten 2017 in Mönchengladbach wegen einer Raucherkrankheit in einem Krankenhaus behandelt werden.

COPD, Lungen- und Bronchial-, Kehlkopf- oder Luftröhrenkrebs – die durch das Rauchen bedingten Krankheiten sind vielfältig, und die Zahl der Erkrankten steigt immer weiter an – auch in Mönchengladbach. „Wurden laut Angaben des Statistischen Landesamts Nordrhein-Westfalen im Jahr 2007 noch 1433 Männer und Frauen wegen einer Raucherkrankheit vollstationär im Krankenhaus behandelt, so waren es zehn Jahr später bereits 1741. Dies entspricht einer Steigerung von 21,5 Prozent“, sagt Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. 1098 dieser Fälle waren im Jahr 2017 auf eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und 643 Fälle auf Lungen- und Bronchial-, Kehlkopf- oder Luftröhrenkrebs zurückzuführen. Das durchschnittliche Alter der Patienten lag dabei in Nordrhein-Westfalen bei 69,1 Jahren.

Besonders auffällig bei dieser Entwicklung ist der deutliche Anstieg der Erkrankungen bei Frauen. Hier stieg die Zahl der Krankenhausbehandlungen in Mönchengladbach innerhalb von zehn Jahren um 54,5 Prozent – von 472 auf 717.

Dafür gebe es mehrere Gründe. „Die jetzige Genration, die an Raucherkrankheiten leidet, hat vor etwa 30 bis 40 Jahren mit dem Rauchen begonnen – meistens im Alter von 14, 15 Jahren – die Folgen sehen wir jetzt. Gleichzeitig belegen wissenschaftliche Studien, dass bei Frauen bereits geringe Tabakmengen ausreichen, um das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebs zu erhöhen“, sagt Michael Lobscheid. „Die dramatische Lage zeigt sich auch daran, dass Lungenkrebs mittlerweile bei Frauen die zweithäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen ist. Aber auch die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs oder Brustkrebs wird durch das Rauchen wahrscheinlicher.“ Darüber hinaus beschleunige der Tabakrauch die Hautalterung und erhöht das Risiko für Atemwegserkrankungen und Osteoporose.

Um diesen unnötigen Erkrankungen vorzubeugen, sei ein Rauchstopp dringend geboten, raten Experten. Nikotinersatzpräparate, wie Pflaster, Nasensprays oder Kaugummis, erhöhen oftmals die Aussichten, dauerhaft vom Zigarettenkonsum loszukommen. Professionelle Hilfe bieten auch Kurse zur Raucherentwöhnung, die von den Krankenkassen angeboten und bezuschusst werden.

Interessierte finden beispielsweise unter www.ikk-classic.de/gesundheitskurse Angebote in ihrer Nähe. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet für Erwachsene zudem unter www.rauchfrei-info.de ein Online-Ausstiegsprogramm.

(RP)
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