Mönchengladbach: LKW-Blitzer gegen Dieselfahrverbote

Blitzer in Mönchengladbach : Lkw-Blitzer an Aachener Straße in Betrieb

400 Lastwagen am Tag fahren trotz Verbots durch Holt und belasten die Luft. Um Dieselfahrverbote wegen zu hoher Stickoxid-Belastung zu vermeiden, fotografiert die Anlage Lkw-Fahrer. Für die wird es künftig teuer.

Die Stadt nimmt heute eine neue Blitzeranlage in Betrieb. Das ist in Mönchengladbach keine Seltenheit mehr, wie Temposünder wissen. Die Anlage an der Aachener Straße kurz vor der Einfahrt in den Stadtteil Holt allerdings, die in den vergangenen Tagen installiert wurde, hält keine Temposünder fest, sondern Lastwagen. Grund ist die Sperrung von Aachener Straße und Bahnstraße für Lastwagen über einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Weil aber nach Angaben der Stadt immer noch rund 400 Lkw am Tag diese Strecke befahren, geht das Rathaus jetzt mit dem Blitzer gegen die Fahrer vor.

Die Anlage soll nämlich eine sensible Stelle in der Stadt besser vor Luftverschmutzungen schützen. An der Aachener Straße ist die gemessene Belastung mit Stickoxid seit Jahren zu hoch. Im vergangenen Jahr lag sie noch bei 41 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. Weil andere Städte wie zum Beispiel Düsseldorf diesen Grenzwert noch wesentlich deutlicher überschreiten, drohen Dieselfahrverbote. Die Bezirksregierung hat Düsseldorf erst am Montag einen neuen Luftreinhalteplan auferlegt, der aber noch ohne Dieselfahrverbote auskommt. Das Gladbacher Rathaus rechnet nach Angaben von Stadtsprecher Wolfgang Speen vorerst nicht mit einem neuen Luftreinhalteplan für Mönchengladbach. „Die Überschreitung ist sehr gering, und wir gehen von einer deutlichen Verbesserung aus“, sagt Speen.

Dazu soll auch der Blitzer an der Aachener Straße beitragen. Das Gerät scannt per Laser die Umrisse aller Fahrzeuge, die vorbeifahren. Erkennt das System darin einen Lkw, wird das Fahrzeug geblitzt. Das betrifft natürlich auch Feuerwehrautos, Rettungswagen und Linienbusse, obwohl die durchfahren dürfen. Im Ordnungsamt werden die Fotos nachher ausgewertet und darüber entschieden, welche Fahrer ein Bußgeld zahlen müssen. Das ist laut Bußgeldkatalog durchaus happig: 75 Euro werden fällig, wenn die Durchfahrt verboten war. Dazu erhebt die Stadt Gebühren und Auslagen in Höhe von 28,50 Euro zusätzlich. Macht also 103,50 Euro für Lkw, die trotz Verbots über die Aachener Straße stadteinwärts fahren und dabei künftig von dem Blitzer erwischt werden.

Mönchengladbach ist bundesweit eine der ersten Städte, die einen Blitzer aufstellt, um damit den Luftreinhalteplan durchzusetzen. Gregor Bonin, Planungs- und Umweltdezernent der Stadt, sagte: „Wir hoffen, eine deutliche Reduzierung der illegal durchfahrenden Lastwagen zu erreichen, um die Grenzwerte einzuhalten und ein Dieselfahrverbot zu verhindern.“ Ein Hinweisschild auf der Autobahn 61, das bereits dort Lkw-Fahrer vor dem Durchfahrverbot warnt, hatte Straßen.NRW abgelehnt.

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