Mönchengladbach: Letzter "Meet & eat"-Kochabend

Interkulturelles Kochprojekt : Gemeinsames Kochen für Integration

Beim letzten „Meet & Eat“-Kochabend an der Sophienstraße gab es Gerichte aus fair gehandelten Zutaten.

Kochen verbindet – das haben die letzten Monate gezeigt: Seit November 2017 gibt es das interkulturelle Kochprojekt „Meet & Eat“, bei dem Mönchengladbacher gemeinsam mit Flüchtlingen kochen. Begonnen hat es mit einer Bewerbung beim Wettbewerb der Landesregierung „Europa bei uns zuhause“, bei dem innovative und nachhaltige Projekte mit bis zu 5.000 Euro gefördert wurden. „Genannt haben wir das Projekt ‚Integration in der Küche’, und wir waren ganz überrascht, dass wir gewonnen haben“, erzählt Annette Coenen-Lösch von der Interessengemeinschaft Städtepartnerschaft.

Ab diesem Zeitpunkt haben sich zehn Gladbacher und zehn Migranten zwischen 16 und 68 Jahren regelmäßig in der Küche des Rehavereins an der Sophienstraße getroffen und abwechselnd mal ein deutsches, mal ein fremdländisches Gericht zubereitet. „Beim gemeinsamen Kochen kommt man schnell ins Gespräch, erst waren alle etwas reserviert und vorsichtig, aber bereits nach kurzer Zeit kannte man sich, fasste Vertrauen“, sagt Coenen-Lösch. Mit dem Erstellen der Rezepte hätten sich die Migranten teilweise schwer getan, und es seien lustige Situationen entstanden: „Einmal standen auf der Einkaufsliste drei Kilogramm Rindfleisch. Ich hatte einen sehr schönen Braten besorgt, aber gemeint war Rinderhack. Also haben dann alle mitgeholfen, um daraus Tartar zu schneiden“, sagt Annette Coenen-Lösch und lacht.

Nach zehn gemeinsamen Koch- und einem Grillabend endete das Projekt am Mittwoch. „Aber wir werden weiterhin in Kontakt bleiben, machen nächste Woche noch einen Ausflug und geben auch noch weiter privaten Deutschunterricht.“ Alle 14 Tage werden zudem offene Treffen stattfinden für gemeinsame Unternehmungen. Organisiert wird dies vom Rehaverein, der auch die Räumlichkeiten für die Kochabende stellte: „Wir waren sofort begeistert von der Idee des gemeinsamen Kochens und haben es sehr gerne gemacht“, erklärt der Geschäftsführer Dieter Schax.  „Wir haben immer einen inklusiven Auftrag, und bei uns sollen sich alle Menschen treffen können.“

Das letzte Kochen stand unter dem Motto „Fairtrade“, als Hauptspeise wurde ein Kichererbsen-Curry zubereitet, als Nachtisch ein „Karibischer Milchreistraum“. Die Rezepte stammten aus dem Kochbuch „Fairdy kocht mit dir“, das vom Eine-Welt-Laden und der Steuerungsgruppe Fairtrade Town herausgegeben wurde. Zum Abschluss kochte auch Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners mit, dies bereits zum zweiten Mal. „Ich bin gerne gekommen, weil hier beim gemeinsamen Kochen eine sehr schöne Atmosphäre herrscht“, sagte er. Er habe bereits beim ersten Besuch gemerkt, dass das gemeinsame Kochen eine Selbstverständlichkeit habe: „Man arbeitet Hand in Hand, hilft so beim Deutschlernen, das ist der richtige Weg für Integration.“  Es sei dies ein gutes Beispiel für eine Begegnung von Menschen unterschiedlicher Kulturkreise und unterschiedlicher Sprachen.

Maekele Megnstu (18) ist einer der jüngsten Teilnehmer. Er stammt aus Eritrea und ist seit etwas über 20 Monaten in Deutschland. Er hat am Berufskolleg die 9. Klasse abgeschlossen und will weiterhin die Schule besuchen. Das gemeinsame Kochen habe er sehr genossen. „Ich treffe gerne Leute, und die Abende hier haben mir dabei geholfen, Deutsch zu lernen.“

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