Unterstützung aus Mönchengladbach „Lern-Fair“ bietet Online-Nachhilfe für benachteiligte Schüler

Mönchengladbach · Der vom Mönchengladbacher Christopher Reiners gegründete Verein „Lern-Fair“ hilft Mädchen und Jungen der Klassen 1 bis 13, in den Fächern fit zu werden. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und wie man sich anmelden kann.

 Die Nachhilfe des Vereins „Lern-Fair“ findet online mit festen Lernpaaren statt.

Die Nachhilfe des Vereins „Lern-Fair“ findet online mit festen Lernpaaren statt.

Foto: Christopher Reiners/Lern Fair/Lern-Fair

Als noch die Corona-Pandemie den Alltag bestimmte, wurde nicht nur das Einkaufen zeitweise zur Herausforderung. Der Schulunterricht fand auf einmal von zu Hause aus statt. Um benachteiligten Schülerinnen und Schülern in dieser Zeit zu unterstützen, rief der Mönchengladbacher Christopher Reiners quasi über Nacht mit Kommilitonen die „Corona School“ ins Leben. Über eine Online-Plattform lernten Ehrenamtler dort zusammen mit Schülern für Prüfungen und machten mit ihnen zusammen die anstehenden Hausaufgaben.

Inzwischen ist die Pandemie Vergangenheit, jedoch gibt es laut Reiners immer noch viele Jungen und Mädchen in Deutschland, die Unterstützung beim Lernen brauchen. Beispielsweise, weil ihre Familien finanziell nicht besonders gut aufgestellt sind. Dabei gehe es nicht nur um Kinder aus Familien, die Sozialhilfe bekommen, auch Haushalte mit niedrigem Einkommen könnten sich oftmals nicht für alle Kinder die notwendige Nachhilfe leisten. Aus diesem Grund bietet die „Corona School“ auch weiterhin kostenlosen Nachhilfeunterricht an, lediglich der Name wurde mit dem Ende der Pandemie in „Lern-Fair“ geändert.

Das Prinzip dabei ist gleich geblieben: Wenn Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 13 Unterstützung für den Unterricht benötigen, können sie sich auf der Website von „Lern-Fair“ über das Angebot informieren. Dort ist auch ein Registrierungsformular zu finden, mit dem die kostenlose Anmeldung möglich ist. „Dann führen wir mit den Schülern ein Kennenlerngespräch“, sagt Reiners. Dies dauere etwa 15 Minuten. Dabei soll geklärt werden, in welcher Jahrgangsstufe das Kind ist und in welchem Fach es Unterstützung benötigt. Ebenso soll in dem Gespräch geprüft werden, ob das Kind zur Zielgruppe des Vereins gehört oder nicht. Einkommensnachweise oder andere Dokumente müsse die jeweilige Familie jedoch nicht vorlegen, betont der 24-Jährige. Nach dem Kennenlerngespräch wird das Kind für die Plattform freigeschaltet.

Innerhalb weniger Tage bekomme dann die Familie Bescheid, wer in Zukunft der feste Lernpate des Kindes sein wird. In rund 60 Prozent der Fälle seien dies Studierende. Wurden Ehrenamtler und Schüler zusammengeführt, treffen sie sich laut Reiners in der Regel einmal pro Woche. Was genau in den Treffen geübt wird, besprechen die jeweiligen Nachhilfelehrer mit den Kindern und Familien individuell. Beispielsweise kann neben Hausaufgabenunterstützung auch die Vorbereitung auf Klassenarbeiten oder Themen wie eine künftige Ausbildung, in den Stunden im Vordergrund stehen.

Um an den Nachhilfestunden teilnehmen zu können, müssen die Schülerinnen und Schüler über ein internetfähiges Gerät verfügen. Dies müsse nicht zwingend ein Laptop oder ein Tablet sein, auch ein Smartphone reiche, betont Reiners. Außerdem empfiehlt er, dass die Kinder zu den Zeiten der Nachhilfe an einem ruhigen Ort lernen können. Außer Nachhilfe bietet der Verein auch Fokus-Kurse an, in denen jeden Monat ein anderes Thema behandelt wird. Auch Deutschkurse für Geflüchtete werden über die Website angeboten.

Reiners und seine Mitstreiter sind für ihren Einsatz bereits mehrfach geehrt worden: 2021 wurden sie nach Berlin zum Online-Dialog mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek eingeladen. Bei den Volunteer Awards 2021 wurde die Plattform mit dem Preis in der Kategorie „Digital Hero“ ausgezeichnet, es folgte der Sonderpreis für Engagement in der Corona-Pandemie.

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