Gelebte Inklusion in Mönchengladbach Lebenshilfe gründet Servicegesellschaft für mehr Inklusion

Mönchengladbach · Die Lebenshilfe ist einen großen Schritt zu mehr Inklusion gegangen: Sie hat die Lebenshilfe Service gGmbH gegründet, um Menschen mit Beeinträchtigungen eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt zu bieten.

Der Geschäftsführer der Lebenshilfe Özgür Kalkan (2.v.l.) ist glücklich darüber, dass Maxmo-Chef Oliver Dienst (3.v.l.) Jasmina Garbe (3.v.r.) eingestellt hat. Es freuen sich darüber auch der Inklusionsbeauftragte der Maxmo, Markus Esser (2.v.r.), Mehmet Cetin (ganz r.) und Elzbiezta Jakubowski (ganz l.)

Der Geschäftsführer der Lebenshilfe Özgür Kalkan (2.v.l.) ist glücklich darüber, dass Maxmo-Chef Oliver Dienst (3.v.l.) Jasmina Garbe (3.v.r.) eingestellt hat. Es freuen sich darüber auch der Inklusionsbeauftragte der Maxmo, Markus Esser (2.v.r.), Mehmet Cetin (ganz r.) und Elzbiezta Jakubowski (ganz l.)

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Das Leben ist für Jasmina Garbe bunter und vielfältiger geworden. Die 22-jährige Klientin der Lebenshilfe Mönchengladbach erhält einen festen Arbeitsvertrag. Statt betreut in einer Werkstatt der Lebenshilfe zu arbeiten, ist sie nunmehr fest angestellte Mitarbeiterin der Maxmo-Apotheke. „Damit haben wir unser Ziel erreicht“, freut sich Özgür Kalkan, Geschäftsführer der Lebenshilfe Wohnen gGmbH und der neugegründeten Lebenshilfe Service gGmbH. „Wir können Jasmina die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Sie ist im ersten Arbeitsmarkt angekommen und kann ihr Leben selbst bestimmen.“

Vorausgegangen war ein Praktikum in der Maxmo-Apotheke, deren Inhaber Oliver Dienst meint: „Wir dürfen nicht nur Inklusion leben, wir müssen sie auch praktizieren.“ Gemeinsam mit dem Maxmo-Inklusionsbeauftragten Markus Esser hat er Jasmina während des Praktikums unter die Fittiche genommen. „Sie hat die Herzen aller im Sturm erobert“, sagt Esser über die neue Mitarbeiterin, die Tätigkeiten übernimmt, die auf sie zugeschnitten sind. Zwei weitere Klienten der Lebenshilfe sollen Jasmina folgen. Die Lebenshilfe beschreitet mit der Gründung der Lebenshilfe Service gGmbH einen Weg, um Menschen mit Beeinträchtigungen eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt zu bieten.

Die Kooperation mit der Maxmo-Apotheke ist ein Aspekt, ein zweiter ist die Einrichtung mehrerer Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen innerhalb des Verbunds der Lebenshilfe. „Einige sind spezialisiert auf Hausmeistertätigkeiten sowie Garten- und Landschaftspflege“, erläutert Jürgen Bössem, der bei der Lebenshilfe für Haustechnik und Grünflächenpflege zuständig und Anleiter der Mitarbeiter der Service gGmbH ist. „Menschen mit und ohne Behinderung werden gemeinsam arbeiten – als Team und auf Augenhöhe“, fügt Özgür Kalkan hinzu.

Statt Aufträge zu vergeben, wird die Lebenshilfe die Arbeiten an die eigene Service-Gesellschaft übertragen. Zunächst sollen vier Klienten in die Gesellschaft wechseln. „Für viele Menschen mit Beeinträchtigungen ist es ein langjähriger Wunsch, einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erhalten.“ Kalkan meint, die Entscheidung für das Inklusionsunternehmen sei aus dem Bedarf heraus entstanden, diesen Menschen den Wunsch zu erfüllen. „Wir tragen außerdem dazu bei, das selbstverständliche Miteinander in der Gesellschaft zu fördern.“

Bei der Betreuung der vier besonderen Wohnformen, der Wohngemeinschaften sowie der Kindertagesstätten könnten durch die Klienten „Reparaturarbeiten, leichte handwerkliche Tätigkeiten und Grünflächenpflege ausgeführt werden“, sagt Bössem. Ihre Arbeit in der Apotheke umfasse unter anderem das Einlagern von Waren, das Einscannen von Rezepten, das Bearbeiten von Inventurlisten und Botengänge, umschreibt Jasmina Garbe ihr Aufgabengebiet.

„Selbstverständlich werden die Mitarbeitenden durch eine pädagogische Fachkraft unterstützt“, betont Kalkan. „Ihr Hauptziel ist es, diese Menschen dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln, Selbstvertrauen aufzubauen und ihre berufliche Integration zu gewährleisten.“ Gemeinsam mit dem Integrationsamt und dem Landschaftsverband Rheinland hat die Lebenshilfe ihren Inklusionsbetrieb entwickelt. Nach der Anlaufphase soll er im Dezember auch offiziell eröffnet werden. „Dann hoffen wir, dass weitere Firmen dem Vorbild der ,Maxmo‘ folgen und sich an uns wenden bei der Suche nach Mitarbeitenden“, so Kalkan.

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