Kunstszene in Mönchengladbach Künstlerförderung feiert ihr 25-jähriges Bestehen mit vielen Gästen

Mönchengladbach · Vor 25 Jahren gründete das damalige Kulturamt die Künstlerförderung. Bis 2023 wurden 121 Künstler in der städtischen Förderung aufgenommen, von diesen sind rund 100 aktiv. Jetzt wurde gefeiert.

Zur Jubiläumsfeier der c/o-Künstlerförderung gab Martin Lersch ein Konzert.

Zur Jubiläumsfeier der c/o-Künstlerförderung gab Martin Lersch ein Konzert.

Foto: Dieter Mai

Anregende Gespräche, viel Kunst und eine Sonderedition prägten die Jubiläumsfeier der Künstlerförderung. Die c/o-Künstlerförderung der Stadt Mönchengladbach hatte zur Feier ihres 25-jährigen Bestehens eingeladen. Zahlreiche Künstler und Kunstinteressierte waren zum Atelierhaus E71 an der Eickener Straße gekommen, um im Garten gemeinsamen zu feiern und die Jubiläums-Ausstellung im Vorderhaus zu besuchen.

Zum c/o-Geburtstag hat das Kulturbüro eine 40 Arbeiten umfassende Jubiläums-Edition in limitierter Auflage herausgegeben. Die signierten Grafiken waren zur Feier ausgestellt. Ebenfalls präsentiert wurde eine Sonderedition mit vier Objekten, bei denen vier Künstlerinnen den Original-c/o-Schuber aus dem Gründungsjahr 1994 künstlerisch verarbeitet haben.

Soheyla B. Fahimi hat eine der vier Arbeiten der Sonderedition gestaltet. Ihr modifizierter Schuber ist von einer sitzenden Figur in Beschlag genommen worden. Das Weiß des gesichtslosen Wesens greifen handgeschriebene Wort auf: „Unity in Diversity“. Diese „Einheit in der Vielfalt“ steht stellvertretend für das reiche Spektrum an künstlerischen Techniken und bildnerischen Mitteln der an diesem Tag ausgestellten Arbeiten zahlreicher im Laufe der Jahre geförderten Künstlerinnen und Künstler. Soheyla B. Fahimi sagt: „Ich freue mich sehr über die Ehre, als eine von vier Künstlerinnen eine Arbeit zur Sonderedition beitragen zu dürfen.“

In seinem Grußwort erinnerte Bürgermeister Felix Heinrichs an die wichtige gesellschaftliche Funktion der Kunst, Vielfalt, Integration und Miteinander zu stärken, „gerade in diesen Zeiten“. Für das Kulturbüro begrüßte dessen Leiterin Agnes Jaraczenski die Gäste im sommerlich-lauschigen Galeriegarten. An ihrer Seite Mitarbeiterin Maike Grabow und Irina Weischedel, die im Kulturbüro für die Kunstförderung zuständig sind.

In der Galerie im Vorderhaus hatte Martin Lersch derweil Interessierte zu einer Performance gebeten, vom Künstler selbst als „Pamphlet für die Freiheit der Kreativität“ angekündigt. In seiner Darbietung reihte Lersch alphabetische Alliterationen aneinander, die rhythmischen Sprachfragmente abwechselnd mit den Klängen einer Kindertröte und melodischem Klarinettenspiel untermalend. Das Finale bildete eine Kakofonie aus Handy-Tönen, vom Künstler zu Beginn initiiert: „Stellen Sie bitte alle ihre Smartphone-Wecker auf 20.04 Uhr!".

Im Garten sind unterdessen lebhafte Gespräche in Gang gekommen. Einer, der sich angeregt mit seiner Tischnachbarin unterhält, ist Bildhauer Wolfgang Hahn. Er erinnert sich an die Anfänge der städtischen Gladbacher Kunstförderung: „Damals kam Galerist und Kunst-c/o-Mönchengladbach-Mitbegründer Hubertus Wunschik auf mich zu und fragte, ob ich mitmachen wolle. Da war ich natürlich dabei.“