1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Künstler soll Ex-Hotel an der Langensgasse verhüllen

Leerstehendes Hotel in Mönchengladbach : Künstler soll Bruchbude verhüllen

Das ehemalige Hotel an der Langensgasse soll hinter einer riesigen bemalten Plane verschwinden. Diese Idee propagiert Wolfgang Riehn von der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße.

Eine Perle der Baukunst war das ehemalige Hotel an der Langensgasse in Rheydt wohl nie. Aber 15 Jahre Leerstand haben das vor sich hin rottende Gebäude in dieser Seitenstraße der Bahnhofstraße in eine Bruchbude verwandelt. Die soll demnächst wenigstens optisch verschwinden – sofern ein Plan verwirklicht werden kann, den Wolfgang Riehn von der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße schildert: Der Künstler Gregor Wosik wolle eine Winterlandschaft auf eine 100 Quadratmeter große Plane malen, die die Fassade des ehemaligen Hotels ab November einhüllen soll.

Das Gebäude gehört der städtischen Entwicklungsgesellschaft EWMG, die bislang ohne Erfolg nach einem Käufer sucht. Der soll an dieser Stelle ein neues Gebäude errichten. Der Komplex Langensgasse 2 - 8 entstand in den Jahren 1911 und 1927. Im Zweiten Weltkrieg wurde er schwer beschädigt. 1949 und von 1952 bis 1962 wurde er teils wiederaufgebaut teils instand gesetzt. Das Haus ist so marode, dass die EWMG einem Erwerber den Abriss zur Auflage macht.

So lange aber kein Käufer gefunden ist, könnte eine Verpackung mit Kunst den Schandfleck kaschieren. „Eine Plane haben wir schon gekauft, und wir haben auch schon eine Halle, in der Gregor Wosik malen könnte“, sagt Wolfgang Riehn. Was jetzt noch fehle: grünes Licht von der Stadt für die Aktion. Einen ersten Fingerzeig hat Riehn nach eigenen Angaben schon erhalten: Die Aktion müsse unter Corona-Bedingungen machbar sein, etwa was die Zahl der Menschen angeht, die womöglich vor dem Groß-Kunstwerk stehen bleiben.

Die Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße besteht aus dort ansässigen Händlern, Gastronomen und Dienstleistern und bemüht sich, Kostenpflichtiger Inhalt mehr Leben und Kundschaft in das Verbindungsstück zwischen Rheydter Bahnhof und Marienplatz zu holen. Was vielleicht ein bisschen an Glanzzeiten in den 1980er und 1990er Jahre anknüpfen würde, in denen die Bahnhofstraße eine – wenn auch kurze – Ausgehmeile  in Rheydt war. Für ihre gemeinsame Adresse werben möchte die Aktionsgemeinschaft nun auch mit einer Internetseite (www.port-b.de), auf der sich die Geschäfte und Läden präsentieren und auch über Aktionen und Angebote informieren wollen.