Mönchengladbach: Kritik an Plänen für Parkdeck am Geropark

Geroplatz in Mönchengladbach : Kritik an Plänen für Parkdeck am Geropark

Der Bau einer Tiefgarage ist am Geroplatz zu teuer, dafür erwägt die Stadt ein begrüntes Parkdeck. Das lehnen die Masterplaner ab und verweisen auf das Planwerk mit See an der Stelle.

Der Verein Masterplan 3.0 hat die Idee der Stadt kritisiert, am Geropark statt einer Tiefgarage mit See darüber ein halb in den Boden eingelassenes Parkdeck mit Dachbegrünung zu bauen. „Ein Parkdeck an der Stelle halten wir für vollkommen deplatziert“, sagte Ernst Kreuder, Bauunternehmer und einer der beiden Vorstandsvorsitzenden des Vereins unserer Redaktion. „Parken an der Stelle war nie unser Thema, und wir meinen auch nachgewiesen zu haben, dass ein unbewirtschafteter Parkplatz wie jetzt nur als billiger Parkraum genutzt wird.“ Der Verein befürworte erst recht kein „nach oben höhergelegtes Parkdeck“.

Dieser Vorschlag steht derzeit aber im Raum. Wie das Rathaus in einem Sachstandsbericht zur städtebaulichen Fördermaßnahme „Soziale Stadt Gladbach“ mitgeteilt hat, sei die bisherige Planung schlicht nicht umsetzbar: „Die Errichtung einer Tiefgarage (insbesondere einer zweigeschossigen) ist aus Kostengründen Stand heute nicht möglich“, hieß es in der Vorlage an die Bezirksvertretung Nord, über die auch in der kommenden Woche im Planungs- und Bauausschuss diskutiert werden wird. Das Vorbild aus dem niederländischen s’Hertogenbosch mit einer Tiefgarage unter einem künstlich angelegten See hatte zwischen 50 und 60 Millionen Euro gekostet – zu viel. Stattdessen sei nun Ziel, ein überdachtes und zum Teil in den Boden eingelassenes Parckdeck auszubilden „und das Dach in die Parkgestaltung zu integrieren“. Die Planung dieses Parkdecks solle in die Ausschreibung des Geroparks integriert und ein Team aus Freiraum- und Verkehrsplanern gebildet werden.

Das allerdings lehnt der Masterplan-Verein ab. Der Zusammenschluss von Unternehmern in der Stadt, die mit privatem Geld vor Jahren den Masterplan als Grundlage für die Entwicklung der Stadt ermöglicht hatten, wäre laut Ernst Kreuder „sehr daran interessiert, wenn das umgesetzt wird, was geplant wurde“ und die Idee eines vergrößerten Geroweihers auf der Fläche des Parkplatzes nicht gleich aufzugeben. Kreuder hat Verständnis dafür, dass eine Tiefgarage, „auch wenn sie sehr schön gewesen wäre“, zu teuer ist.

Wasserfläche und ein Park an der Stelle bedeutet aber: Die Autos müssten ganz weg vom Geropark und woanders Parkplätze belegen. Kreuder ist überzeugt, es gebe in der Umgebung genügend bewirtschaftete Parkflächen, um die Fahrzeuge aufzunehmen. Annette Bonin, planungspolitische Sprecherin der CDU, brachte in der Bezirksvertretung Nord einen gänzlichen Verzicht auf Parkplätze am Geroplatz ins Gespräch: „Ich fände es schade, wenn sich alles um Autoplätze dreht. Wenn ich mir ansehe, wie leer der kostenpflichtige Teil des Parkplatzes ist, frage ich mich, wie groß eigentlich der Parkdruck an der Stelle ist und welche Alternativen für Parkraum wir anbieten können.“

SPD-Planungspolitiker Thomas Fegers will weitere Informationen von der Verwaltung haben: „Was sollte die Tiefgaragen-Lösung kosten? Welche Schätzungen gibt es beim Bau und Unterhalt einer Wasserfläche? Und welche Schätzungen gibt es, wenn man nur den Grünstreifen verlängert?“ Fegers kann sich auch einen Kompromiss vorstellen, indem der bewirtschaftete Teil des Parkplatzes bliebe und der Rest zum See und Park wird. „Vor allem aber möchte ich wissen, was sich der Bezirk Nord selbst dort vorstellt.“

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