Wilde Müllkippen in Mönchengladbach Täter entsorgen illegal krebserregende Stoffe

Mönchengladbach · Weggeworfene Kühlschränke im Wald, abgekippte Altreifen an Feldwegen, Hausmüll in öffentlichen Papierkörben – all das kennt man in Mönchengladbach. Jetzt wurde giftiges Material illegal entsorgt. Und das gleich mehrfach.

 Nachdem die illegal im Volksgarten gefundenen Asbestplatten entdeckt worden waren, sperrte die Mags den Bereich bis zum Abtransport ab.

Nachdem die illegal im Volksgarten gefundenen Asbestplatten entdeckt worden waren, sperrte die Mags den Bereich bis zum Abtransport ab.

Foto: mags/Mags

Diese wilden Müllablagerungen sind wirklich besorgniserregend: Dreimal haben Unbekannte Asbestdächer im Stadtgebiet illegal entsorgt. Und das geschah jedes Mal in großem Stil – wahrscheinlich nachts. Weil Asbestfasern extrem gesundheitsgefährdend sind, ist nicht nur die Mags alarmiert. Sie ist auf der Suche nach den Tätern.

Innerhalb der vergangenen zwei Wochen sind vor allem um Rheindahlen an der B 57 sowie in Stadionnähe an der Lilienthalstraße vermehrt wilde Ablagerungen von Asbestplatten entdeckt worden. Die giftigen Asbestplatten an der Lilienthalstraße hatte ein Spaziergänger gefunden. Er vermutet, dass der Schadstoff dort in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar abgelagert wurde oder 24 Stunden später. Der Zeuge hatte umgehend die Mags informiert, die eine fachgerechte Entsorgung organisierte. Denn: Asbestfasern können sich auch in der Umgebungsluft befinden. Ohne Schutz nähern sollte man sich solchen Funden nicht, erst recht nicht anfassen.

 Ein Passant fand die giftigen Asbestplatten an der Lilienthalstraße.

Ein Passant fand die giftigen Asbestplatten an der Lilienthalstraße.

Foto: BerLin

Die bei Mags für Gefahrenstoffe zuständige Untere Abfallwirtschaftsbehörde (UAWB) hat bereits die Ermittlungen aufgenommen. Die Gefahrenstellen waren gerade von einer Fachfirma geräumt worden, da kam bereits die neue Hiobsmeldung. Am Freitag, 1. März, wurden weitere 36 Asbestplatten im Volksgarten gefunden. Der Bereich wurde sofort abgesperrt und die Spezialentsorgungsfirma informiert.

„Solche Ablagerungen sind in keiner Weise mit wildem Hausmüll oder Sperrmüll an der Ecke zu vergleichen. Das Einatmen von Asbestfasern ist gesundheitsschädlich und krebserregend. Darum handelt es sich nicht um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat nach Paragraf 326 des Strafgesetzbuches“, betont Kay-Uwe Rhein, Leiter der Mags-Abfallbehörde und zuständig für die Überwachung fachgerechter Gefahrenstoffentsorgung.

Bei den illegal weggeworfenen Asbestplatten handele es sich um Dächer, wie man sie früher bei alten Gartenlauben oder Carports verbaut habe, sagte eine Mags-Sprecherin. Bei der Menge der Platten handele es sich schon um eine Entsorgung in großem Stil. Bei der Mags geht man davon aus, dass der oder die Täter mit einem Transporter oder einem Anhänger unterwegs gewesen sein müssen.

Abreißen dürfe man Asbestbauteile, sagt die Sprecherin. Aber auch Privatleute müssten für den Abtransport Fachfirmen beauftragen. Und das ist ganz und gar nicht preiswert. Auch für die Mags wird es teuer, den illegalen giftigen Müll entsorgen zu lassen. So würden durchschnittlich etwa pro Einsatz und Menge 1000 Euro und mehr für die Räumung und Entsorgung solcher Gefahrenstoffe anfallen, die von der Allgemeinheit getragen werden. Das Geld möchte sich die Mags deshalb zurückholen. Deshalb setzt sie die Ermittlungen fort und hofft auf die Mithilfe der Öffentlichkeit. Sie fragt: „Wer hat im Bereich Lilienthalstraße/Ende Fußweg zum Friedhof am 27. und 28. Februar – vermutlich abends – Beobachtungen gemacht? Wer hat einen verdächtigen Lieferwagen oder ein verdächtiges Fahrzeug mit Anhänger gesehen?“ Das Gleiche gilt für den Bereich Volksgarten. Hier fand die illegale Entsorgung wahrscheinlich in der Nacht zum Freitag, 1. März. statt.

Das Material an der Lilienthalstraße stammt von einem Dach, an dem eine braune Kunststoffrinne montiert war. Anhand der Menge und der Plattengrößen geht die Abfallbehörde von einem Schuppen oder einer Garage aus. Es liegt zudem der Verdacht nahe, dass wegen geringer Transportkapazitäten sogar zwei Touren zu der illegalen Abladestelle nötig waren.

Außerdem sucht die Mags-Abfallbehörde nach Zeugen, die in den vergangenen Wochen beobachtet haben, wie Asbestplatten von Garagen, Anbauten oder Häusern montiert wurden, die offensichtlich von keiner Fachfirma sicher entsorgt wurden.

Hinweise werden vertraulich unter UAWB@mags.de oder unter der Telefonnummer 02161 491010 entgegengenommen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort