Mönchengladbach: Kontrolle ist beim Trinkwasser das oberste Gebot

Qualität des Mönchengladbacher Wassers : So wird unser Trinkwasser aufbereitet

In Mönchengladbach wird ausschließlich Grundwasser gefördert. Das Wasserlabor Niederrhein überwacht die Qualität.

„Es gibt kaum ein Lebensmittel, das so gut untersucht wird“, sagt Detlef Schumacher. Es geht um Trinkwasser in Mönchengladbach, und der Geschäftsführer der NEW Niederrhein-Wasser weiß ganz genau, wie das kühle Nass in einem Großteil von Mönchengladbach beschaffen ist. Denn Schumacher leitet auch das Wasserlabor Niederrhein, ein Institut, in dem das Trinkwasser von Duisburg, Neuss, Grevenbroich und zum Teil auch von Mönchengladbach untersucht wird.

Warum nur zum Teil? Die Antwort führt zurück in die Zeit vor der kommunalen Neugliederung 1975. Damals gehörte Wickrath zum Kreis Grevenbroich, der einen eigenen Wasserversorger hatte. Als dann Wickrath nach Mönchengladbach kam, zog auch der Versorger mit um. Seitdem gehört das Wasserwerk Wickrath zum Einzugsgebiet der Kreiswerke Grevenbroich. Und die lassen ihr Wasser nicht vom Schumachers Wasserlabor untersuchen, sondern vom Rheinisch Westfälischen Institut für Wasser in Mülheim. „Wir haben den Kreiswerken angeboten, auch das Wickrather Wasser zu untersuchen. Bisher aber ohne Erfolg.“

Was die von der NEW und von den Kreiswerken versorgten Mönchengladbacher aus dem Wasserhahn trinken, ist das am besten untersuchte Lebensmittel. Es ist Grundwasser. Aus bis zu 150 Metern Tiefe bahnt es sich den Weg in mehr als 70 Brunnen. Sie münden in das Wasserwerk Wickrath und die acht NEW-Wasserwerke: Neben Viersen und Dülken sind das die Werke Helenabrunn, Rasseln, Rheindahlen, Gatzweiler, Reststrauch, Hoppbruch.

Wenn das kostbare Nass in den Wasserwerken ankommt, ist es noch mit viel Kohlensäure, zudem mit Eisen und Mangan angereichert. „Wenn Eisen mit Sauerstoff in Kontakt kommt, wird das Wasser rostbraun, mit Mangan wäre es schwarz“, sagt Schumacher. Bevor jährlich 26 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an Menschen und Unternehmen in der Region geliefert werden, muss das Wasser aufbereitet werden. „Das geschieht mechanisch. Dem Wasser wird Sauerstoff zugeführt, wodurch Eisen und Mangan entzogen werden.“ Auch die überschüssige Kohlensäure wird entfernt. Dadurch steigt allerdings der ph-Wert, der den Säuregrad des Wassers angibt. Trinkwasser muss einen pH-Wert zwischen 6,5 und 9,5 deutscher Härte haben. Das sagt die Trinkwasserverordnung. Alle Mönchengladbacher Wasserwerke erfüllen diese Anforderung, bei allen aber musste das geförderte Grundwasser auch enthärtet werden.

Die Härte ist nur eine der Vorgaben der Trinkwasserverordnung. „Wir prüfen fast 300 Parameter“, sagt Detlef Schumacher. Das seien zum Beispiel Nitrat oder Pestizide. Bislang liegen die von der NEW veröffentlichen Ergebnisse unter den zulässigen Werten. Schon an den Brunnen wird das Wasser untersucht, zudem in den Wasserwerken und im Labor. Ist Trinkwasser nun besser als in Flaschen abgefülltes Mineralwasser? „Jeder sollte sich den CO2-Fußabdruck anschauen. Der ist bei Wasser aus der Leitung deutlich niedriger als bei allen anderen Angeboten.“ Zudem sei das Wasser auch in einer landwirtschaftlich geprägten Region bestens. „Wir haben seit 1992 Kooperationen mit der Landwirtschaft“, sagt Schumacher. Dabei achtet die NEW auf den Ausgleich zwischen Trinkwasserschutz und Düngung. Bauern, die zur Entlastung Zwischenfrüchte auf ihren Feldern anbauen, bekommen von der NEW Unterstützung. Denn es darf kein Nitrat ins Wasser.

Mehr von RP ONLINE