Mönchengladbach: Kommentar über den Umbau des Bresgespark zur Niers-Aue

Kolumne Mensch Gladbach : Der Park als Standortfaktor

Mönchengladbach ist grüner als viele denken. Fast zwei Dutzend Parkanlagen gibt es in der Stadt. Damit lässt sich werben. Zu zwei Parks gab es diese Woche gute Nachrichten.

Hätten Sie es gewusst? Mehr als die Hälfte der Fläche Mönchengladbachs ist grün. Zieht man die Wälder und landwirtschaftlich genutzten Bereiche ab, bleiben noch immer 940 Hektar so genannter Erholungsfläche. Das ist viel.  Es entspricht  nämlich 1316 Fußballfeldern. Ein paar Bolzplätze könnten auch darunter sein. Denn womöglich zählen die Geografen und Statistiker im Rathaus auch Sportanlagen zum Bereich Erholung.

Aber der Fokus soll heute auf den Parks liegen. Fast zwei Dutzend davon gibt es in unserer Stadt. Auch das ist eine bemerkenswert hohe Zahl. Der Superstar ist der  Bunte Garten,  ein historischer Park mit faszinierender botanischer Vielfalt. Ebenso bekannt, weil an der prominentesten Stelle der Stadt, am Fuße des Abteibergs, ist der Geropark. In der Steigung des Bergs liegen der Skulpturenpark, der Hans-Jonas-Park und der Abteigarten, auf der anderen Seite der Sonnenberg. Der Volksgarten hat den mit dem Namen gegebenen Auftrag, der Erholung des Volkes zu dienen. Es gibt aber auch kleine, versteckte Parks wie den Maria-Lenssen-Park oder Brandtsgarten.

Jeder für sich hat Charme und ein eigenes Profil. Gemeinsam ist allen, dass sie die Lebensqualität in Mönchengladbach erhöhen. Ganz klar ein wichtiger Standortfaktor. Deshalb war es auch gut, dass in dieser Woche gleich zwei frohe Botschaften aus der Parkfamilie kamen.

Die eine ist auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen, denn am Anfang steht eine massive Fällaktion. Doch in diesem Fall protestieren Naturschutzverbände nicht. Denn es ist eine Wiedergutmachung an die Natur: Im Bresgespark soll nämlich in den nächsten Jahren eine Niers-Aue entstehen. Was in dem waldartigen Wildwuchs aktuell nicht zu erkennen ist: Der kleine Fluss wurde in ein begradigtes Bett gezwängt; und da die Niers nach starkem Regen richtig wild werden kann, weit über die Ufer tritt und weitflächig Gebiete überschwemmt, soll sie nach dem jetzt geplanten Rückbau wieder in schönen Kurven mäandern, wie es von der Natur auch vorgesehen ist. Zu diesem renaturierten Hochwasserschutz gehört ein Auenwald, der – anders als die derzeit dort wachsenden Bäume – einen echten Naturwert besitzt. Wer wissen will, wie es mal wird, kann einen Spaziergang durch das nicht weit entfernte, ebenfalls renaturierte Bungtbachtal machen.

Die zweite gute Nachricht hat eher mit der menschlichen Natur zu tun: Im Schmölderpark wird die Gastronomie wieder erweckt. Die seit zwei Jahren leerstehende und von Vandalismus geplagte „Vitrine“ soll saniert, umgebaut und zu „Carl’s“ werden. Ein Pächter ist gefunden und bereit, dort zu investieren. Regelmäßige Parkbesucher und Anwohner freut das gleichermaßen. Denn damit ist nicht nur die Versorgung mit Essen und Getränken gesichert, auch die öffentliche Toilette geht wieder in Betrieb.

Alles also im grünen Bereich. Und wenn die Tage wieder wärmer werden, lohnt sich unbedingt eine Entdeckungstour durch die Parks der Stadt. Vorerst bleibt das ein guter Vorsatz, denn für das Wochenende sind ein paar Schneeflocken vorausgesagt.