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Mönchengladbach: Kleingärtnerverein "Zum Burggrafen" gewinnt den Wanderpokal 2017

„Zum Burggrafen“ in Mönchengladbach : Kleingärtnerverein in Odenkirchen gewinnt den Wanderpokal 2017

Der Kleingärtnerverein „Zum Burggrafen“ wurde für seine Mühen 2017 mit dem Wanderpokal ausgezeichnet. Mehr als 1000 Arbeitsstunden investierten die Mitglieder in die große Anlage. Diese Zahl haben sie in diesem Jahr schon überboten.

Der Klang von wirbelndem Wind, Vogelgezwitscher aus den Baumkronen, das Summen von Bienen und das Rascheln von Blumenblättern - das sind die Geräusche, die Besucher in der öffentlichen Kleingartenanlage in Odenkirchen als erstes entgegenkommen. Aber da ist noch etwas. Ein Wort, das beim Gespräch mit den Mitgliedern des Kleingärtnervereins (KGV) „Zum Burggrafen“ ständig fällt und gleichzeitig als Leitmotto für die schöne Anlage steht: „Ökologisch.“

„Wir wollen hier in der Gartenanlage alles dafür tun, um dem Bienen- und Insektensterben entgegenzuwirken“, erklärt Franz-Peter Pelzer, Gartenfachwart des KGV. „Deshalb hatte es für uns im vergangenen und auch in diesem Jahr Priorität darauf zu achten, die Anlage ökologischer zu gestalten.“ Ein Schritt sei beispielsweise, dass Hecken und Blumen, die über die Gehwege ragen, nicht mehr komplett abgeschnitten werden. „Wir hoffen dadurch, noch mehr Bienen anzulocken“, betont Friedrich Brill, Vorsitzender des KGV „Zum Burggrafen“. Darüber hinaus finden sich in den verschiedenen Gärten der Anlage immer wieder neue Insektenhotels oder Strohballen und große Baumstämme. „Wir haben die Stämme sogar mit kleinen Löchern präpariert. Sie können genauso wie die Strohballen als Nistplätze für Insekten genutzt werden“, so Pelzer. Die angepflanzten Blumen spiegeln ebenfalls den ökologischen Gedanken wieder. „Wir haben vermehrt Wildpflanzen aus Mönchengladbach und dem Umfeld angesägt. Viele Sträucher und Blumen, die sonst am Straßenrand einfach weggeschnitten werden würden“, erklärt Peltzer. Dafür habe man sich sogar Hilfe beim NABU geholt. „Vom NABU sind wir in großer Anzahl mit Pflanzen und Samen versorgt worden. Es wird rund fünf Jahre dauern, bis dann auch alles zu sehen ist.“

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Und auch den Nachwuchs hat sich der KGV „Zum Burggrafen“ mit ins Boot geholt. „Wir haben hier ein Beet, in dem die Kinder der Kita Mühlenkinder alles angepflanzt haben und sich auch darum kümmern“, so der Gartenfachwart. Gesät worden sind unter anderem Radieschen, Möhren und Kürbisse. Mindestens einmal in der Woche kämen die Kinder zum Gießen. Auch ernten sollen sie später selbst.

Für dieses Engagement ist der KGV „Zum Burggrafen“ kürzlich mit dem Wanderpokal für 2017 ausgezeichnet worden. „Im vergangenen Jahr haben wir locker 1000 Arbeitsstunden in die Anlage investiert, um sie noch ökologischer zu machen“, erklärt Peltzer. Das belohnte dann auch die Jury des Kreisverbandes Mönchengladbach der Gartenfreunde, die den Wanderpokal jährlich an eine der 50 Kleingartenanlagen in Mönchengladbach verleiht. „Das war schon wirklich toll, eine Ehre“, sagt Brill. „Und 100 Liter Freibier gab es dazu“, ergänzt Peltzer und lacht.

Die Trophäe steht nun zunächst für ein Jahr vor dem Haupthaus des KGV in der Kleingartenanlage. „Die 1000 Arbeitsstunden haben wir dieses Jahr aber auch schon wieder erreicht“, sagt Peltzer und gibt sich motiviert: „Wir werden wohl die 2000 Stunden knacken, warum sollten wir den Pokal also nicht noch ein Jahr lang verteidigen?“ Und einen weiteren Nebeneffekt erhofft sich der Gartenfachwart: „Wir sind in Sachen Ökologie so etwas wie ein Vorreiter in Mönchengladbach“, erklärt Peltzer. „Jetzt müssen die anderen Anlagen nachziehen, wenn sie den Pokal gewinnen wollen. Und egal wie es ausgeht - die Natur gewinnt.“ Und das sei das Wichtigste.

Der große Aufwand, den die Mitglieder in die Anlage stecken, ist an allen Ecken zu erkennen. Trotz verhältnismäßig dunklem Wetter, sind überall Bienen und Insekten in den 54 kleinen Gärten der Anlage zu finden. Bei nahezu keinem der einzelnen Gärten ist Vernachlässigung durch beispielsweise zu hohes Gras oder Unkraut zu erkennen. Metallzäune werden von vielen Pächtern sogar freiwillig gegen welche aus Holz ausgetauscht. Alles im Sinne der Ökologie. „Mit den Pächtern gibt es in der Regel keine Probleme“, so Peltzer. Im Gegenteil: „Alleine heute hatte ich schon wieder zwei Anfragen, ob wir nicht noch einen Platz frei haben.“ Das ist allerdings nicht der Fall. Alle 54 Gärten in der großen Anlage sind belegt. „Das ist bei uns wirklich toll. Andere Anlagen haben teilweise fünf Flächen einfach frei stehen“, sagt Brill. Die Areale in Odenkirchen sind von 200 bis 400 Quadratmetern groß, die Kosten errechnet ein Wertermittler des Kreisverbandes. Sollte ein Platz frei werden, müssen Interessierte zudem sehr schnell sein, erklärt Peltzer. “Wenn jemand morgens kündigt, ist das Stück am Abend meist schon wieder weg. Die gute Arbeit in unserer Anlage hat sich schon herumgesprochen.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kleingärtnerverein gewinnt Wanderpokal 2017

(se)