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Mönchengladbach: Kleingärtner geben Tipps, was jetzt im Garten zu tun ist

Tipps vom erfahrenen Kleingärtner : Was jetzt im Garten zu tun ist

Roswitha und Franz Peltzer sind leidenschaftliche Kleingärtner. Dank liebevoller Pflege blüht es in ihrem Garten fast das ganze Jahr.

Pflanzen, die was fürs Auge sind, aber dabei auch sinnvoll für die Natur – das sind die wichtigsten Faktoren für Roswitha (68) und Franz Peltzer (73), wenn es um die Auswahl der Bepflanzung für ihren Kleingarten geht. Damit die Blütenpracht dieser Parzelle in der Anlage zum Burggrafen in Odenkirchen auch aufgeht, muss im voraus genau geplant werden, was wann wo gepflanzt wird, betonen die beiden.

Das Wichtigste ist, im Frühjahr mit der Gartenarbeit anzufangen. „Jetzt muss man vor allen Dingen alles schön sauber machen und die Erde gut durchhacken“, erklärt Roswitha Peltzer. „Dabei sollte man Hornspäne in die Erde einarbeiten, die sind wegen des Stickstoffs gut. Der Boden sollte bedeckt sein mit Rindenmulch oder Pflanzen.“ Außerdem sei es jetzt an der Zeit, die Rosen zu schneiden. Die Lieblingsblumen von Roswitha Peltzer sind in diesem Jahr die tränenden Herzen: „Die sehen so schön aus und sind einfach faszinierend“, schwärmt sie. An dünnen, hängenden Ästen baumeln pinkfarbene, herzförmige Blüten. Ihr Mann zeigt sich besonders angetan von der Passionsblume, die eine große blau-weiße Blüte hat, von der auch Bienen sehr angetan sind.

Ein besonderer Tipp für einen blühenden Garten sei es, eigenen Dünger herzustellen, sagt Roswitha Peltzer. Einen eigenen Kompost anzulegen, sei der perfekte Weg dazu: „Da kommt alles an Schnitt drauf, außer Unkraut. Es ist auch wichtig, keine Küchenabfälle darauf zu werfen.“ Außerdem müsse der Kompost ein Jahr lang reifen, bis er als Dünger benutzt werden kann. „Da leben dann auch so einige Würmer und andere Tiere drin. Wenn man eine Handvoll nimmt, sind da mehr Bewohner drin als auf der ganzen Erde“, sagt Franz Peltzer lachend.

Damit die Pflanzen alle optimalen Bedingungen bekommen, gilt es, vorher genau zu planen. Dazu sei es natürlich wichtig, sich zu informieren, welche Pflanzen „sich vertragen“ und nebeneinander gepflanzt werden können, und welche nicht. „Im Gemüsegarten kann man super die Möhren und Zwiebeln nebeneinander pflanzen, die schützen sich gegenseitig vor Schädlingen“, erklärt Franz Peltzer. Bei den Blumen könne man beispielweise die Fette Henne oder die Rosen zu den Bartnelken setzen, ergänzt seine Frau. „Die Kombination aus Rosen, Lavendel und Salbei ist auch wunderschön“, schwärmt .die passionierte Gärtnerin

Neben dem optischem Reiz hat für die Kleingärtner aber noch etwas anderes Priorität: Der Garten muss vorteilhaft für die Natur gestaltet sein. Das heißt vor allem, dass er bienen- und insektenfreundlich sein soll. In der Fetten Henne könnten Insekten zum Beispiel überwintern: „Das ist auch für Vögel wichtig, damit sie Nahrung finden“, betont Franz Peltzer. Zudem haben die beiden Rentner eine Benjeshecke in ihrem Garten: Die ist aus Altholz gemacht und bietet unter anderem Echsen und dem Zaunkönig eine Überwinterungsmöglichkeit.

Auch Gemüse und Obst wird bei ihnen nachhaltig angebaut. „Es wird nur so viel angepflanzt, wie wir auch verbrauchen können, damit nichts weggeworfen wird“, sagt Roswitha Peltzer. Und wenn doch einmal ein paar Beeren übrig bleiben, werde Marmelade gekocht oder Schnaps daraus zubereitet: „Brombeerschnaps ist lecker und Himbeere mit ein bisschen Rosmarin schmeckt auch sehr gut“, gibt sie als Tipp. Manchmal würden sie auch Kinder einladen, einige Beeren zu sammeln, wenn zu viele davon gleichzeitig reif sind.

Auch wenn die beiden Rentner mittlerweile Profis sind, was das Gärtnern angeht, machen sie klar: Es ist wie bei allem im Leben normal, Fehler zu machen. Was funktioniert und was nicht, das lernt man eben durch Erfahrung. Roswitha Peltzer erinnert sich an ihre ersten Versuche: „Einmal wollte ich Unkraut aus der Erde ziehen, bis einer meiner Nachbarn vorbeikam und entsetzt fragte, was ich da tue. Wie sich herausstellte, war es gar kein Unkraut, was ich da aus der Erde zog, es waren Kartoffeln.“ Die habe sie dann natürlich schnell wieder eingebuddelt.

Der wichtigste Tipp für den Erfolg im eigenen Garten sei aber ganz klar der Spaß daran: „Man muss den Garten einfach lieben“, meint Franz Peltzer. Und das tun die beiden. Auch bei Wind und Regen seien sie in ihrem Kleingarten: „Das Schöne daran ist, dass man arbeiten kann, wann man will. Man kann einfach Pausen machen, wenn es gerade zu anstrengend wird“, sagt Roswitha Peltzer. Und noch einen großen Vorteil hat der Kleingarten momentan: „Auch wenn alle Kneipen jetzt schließen, unser Kleingarten ist sicher vor Corona“, freut sich Franz Peltzer.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Was jetzt im Garten zu tun ist