Mönchengladbach: Kita-Kinder ernten Kürbisse

Kita Mühlenkinder : Kinder ernten Kürbisse

In der Kleingartenanlage „Zum Burggrafen“ gab es einen richtigen „Kindergarten“.

Ein Butternut-Kürbis stapelt sich auf dem anderen, kegelförmig und hellorange, auf einem Wagen vor dem kleinen Beet. Zwei Dutzend Kinder wuseln in Gummistiefeln um das Beet herum, rufen einander zu, und sind emsig damit beschäftigt, die großen Früchte zu sortieren. Es ist Erntezeit in dem einzigen „Kindergarten“, der seinen Namen verdient, und in der Odenkirchener Kleingarten-Anlage „Zum Burggrafen“ liegt.

Die kleinen Gärtner sind die Kinder der Kita Mühlenkinder aus der Nachbarschaft. „Es ist so schön zu sehen, wie sehr sie sich freuen“, sagt Friedrich Brill, der erste Vorsitzende des Kleingartenvereins. Die öffentliche Anlage wurde erst im Juli Stadtsieger im Kleingartenwettbewerb – unter 52 Gärten der Stadt. Seit Mai haben die Gartenfreunde die Vorschulkinder der Kita Mühlenkinder begleitet, mit ihnen das Beet angelegt, Saat gesät, und dem Gemüse den Sommer über beim Wachsen zugesehen. „Einmal in der Woche, immer donnerstags, ist eine feste Gruppe von Kindern zum Gießen gekommen“, sagt Barbara Bücheleres, die Leiterin des Kindergartens. Damit die Kinder die komplette Zeit von der Saat bis zur Ernte erleben, habe man bewusst eine feste Gruppe aus dem Jahrgang der Vorschulkinder zusammengestellt. Aber auch die Kinder der anderen Jahrgänge kamen regelmäßig vorbei.

Während der langen Hitzeperiode sei das Gießen besonders aufwendig gewesen, die Kinder besonders darum bemüht, das sorgsam angelegte Beet zu pflegen. Im Kindergarten wurde besprochen, was aus der Saat entsteht – gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern dann beobachtet, wie sich das Gemüse in der Praxis macht.  „Einige Kinder sind sogar mit ihren Eltern noch mal abends vorbeigekommen, weil sie so neugierig waren“, sagt Bücheleres. „Das Projekt hat eine super Resonanz erhalten und wird auf jeden Fall im nächsten Jahr wiederholt.“

Die Kürbisse bilden nur das Schlusslicht der Ernte. Die kleine Eva hält einen Beutel in der Hand, der schwer zu Boden sackt, so voll ist er mit kleinen roten Tomaten. „Gurken, Tomaten, Möhren, Erben, Kohlrabis“, zählt die Fünfjährige das Gemüse auf, das sie bereits geerntet hat. Für viele der Kinder war die Arbeit auf dem Beet eine Erfahrung, die sie zum ersten Mal gemacht haben. „Viele Kinder kennen Gemüse ja nur aus dem Supermarkt“, sagt Bücheleres. „Bei dem Projekt konnten sie ganz nah miterleben, wie es entsteht.“ Die ein oder andere Gemüsesorte konnte dabei neu entdeckt werden. „Gurke ist mein Lieblingsgemüse“, sagt Eva, Kohlrabi zum Beispiel habe sie vorher nicht gekannt.

Nicht nur die Kleinen hatten Freude. „Wenn man die strahlenden Kinderaugen sieht, wird man selber ganz emotional“, sagt Franz-Peter Peltzer, Gartenfachwart des Vereins. Für das Bemühen, die Gartenanlage ökologisch besonders wertvoll zu halten, Bienen- und Insektensterben entgegenzuwirken und Wildpflanzen anzulegen, wurde der Verein mit dem Wanderpokal geehrt. Für das Projekt mit den Nachwuchsgärtnern gab es Fördermittel vom Landesverband.

Gesund war das Projekt allemal, das Gemüse haben die Kinder nämlich verspeist. „Entweder direkt vor Ort, als gesunde Rohkost, oder in der Kita, wo wir Rezepte ausprobiert haben, wie zum Beispiel eine leckere Tomatensuppe“, sagt Bücheleres. Und was macht man mit so viel Kürbis? „Kürbissuppe natürlich, aber wir haben auch ein neues Rezept für Kürbismuffins, das wir ausprobieren wollen.“

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