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Mönchengladbach: Kinder gärtnern mit der Gräfin Bernadotte von Mainau

Projektgruppe in Mönchengladbach : Kinder gärtnern mit der Gräfin von der Mainau

Die „Europa Minigärtner“ in Wickrath haben jetzt Unterstützung von einer Expertin für Gartenkunst erhalten: Bettina Gräfin Bernadotte besuchte junge Teilnehmer des von ihr gestarteten Projekts. Was die Kinder dabei lernen und was sie an ihrer Besucherin vermissten.

Die „Minigärtner“ sitzen an einem langen Tisch und warten auf ihren Einsatz. Sie werden zusammen mit ihrer Teamleiterin Kerstin Kochanski ein Insektenhotel bauen. Heute sind sie nicht im Wald oder bei einem Gärtner, sondern im „Treffpunkt Wickrath“ an der Lisztstraße. Es ist schon alles vorbereitet. Die Kinder haben die Baumscheiben vor sich liegen. „Wir schmirgeln das Insektenhotel noch gut ab, und dann könnt ihr noch mit dem Pfeifenreiniger die Löcher sauber machen. Das ist wichtig, damit sich die Insekten nicht verletzen“, sagt Kerstin Kochanski. Seit einem Jahr ist sie mit ihrer Gruppe aus Wickrath beim Projekt der „Europa Minigärtner“ dabei.

An diesem Tag hat die Gruppe kein normales Treffen. Sie wartet auf einen besonderen Gast: Bettina Gräfin von Bernadotte von der Blumeninsel Mainau ist in Mönchengladbach und nutzt die Gelegenheit, um die Wickrather Gruppe zu besuchen. Die Initiative Europa Minigärtner wurde von der Gräfin ins Leben gerufen und soll Kinder bei monatlichen Treffen Schritt für Schritt an das Gärtnern und gesunde Ernährung heranführen. Schulklassen nehmen ein Jahr an dem Projekt teil, freie Gruppen wie die Wickrather Minigärtner, treffen sich über zwei Jahre regelmäßig. Nach der Projektzeit werden die Kinder auf die Insel Mainau eingeladen und erhalten ihr Zertifikat.

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Die Wickrather Kinder haben in dieser Zeit schon viel erlebt. „Das Schönste war, als wir einen Imker besucht und den Honig geerntet haben. Der Wunschbaum hat mir auch Spaß gemacht“, sagt Abdel. „Ich fand es toll, als wir die Tomate gepflanzt haben“, sagt Fabienne. Beide freuen sich schon auf die nächsten Projekte. „Auf den essbaren Garten. Das schmeckt alles viel besser. Und wir müssen nicht mehr einkaufen“, sagt Abdel.

Die Minigärtner haben heute noch tatkräftige Unterstützung von ihren Spielkameraden aus dem Treffpunkt Wickrath. Die Kinder haben Tontöpfe vor sich und sind eifrig mit Pinsel und Farbe dabei, die brauen Tontöpfe bunt zu verzieren. Daraus wird dann ein Unterschlupf für Ohrenkneifer. „Ich habe ein Schneeglöckchen, ein Herz und eine Blume gemalt, und jetzt kommt noch ein Herz“, sagt André und schaut auf das Werk von Ricardo, dessen Topf sehr bunt ist mit Grün, Blau und Rot.

Gräfin Bernadotte ist gleich mittendrin, die Kinder nehmen die Besucherin sofort in Beschlag. Sie zeigen ihr die Insektenhotels. „Das ist total cool, was die Bienen da machen“, sagt sie. „Ja, die gehen da rein“, weiß Abdel. „Genau, aber sie brauchen unsere Hilfe“, erklärt Gräfin Bernadotte. Weil sie unterschiedlich groß seien, bräuchten sie auch unterschiedlich große Einschlupflöcher: „Wildbienen sind viel kleiner als Honigbienen.“ 

Die Gräfin muss lachen, als ein Mädchen unverblümt feststellt: „Du hast ja gar keine Krone!“ Aber die würde bei dem gärtnerischen Einsatz ohnehin nur stören. Denn jetzt muss der Unterschlupf noch mit Stroh und Tannenzapfen gefüllt werden. Die Kinder halten den Topf fest und die Gräfin sorgt für die Füllung. Dann noch ein Gitter darauf – und fertig.

„Es ist toll, mit den Kindern zu arbeiten, und schön, wenn man am Ende des Projekts merkt, dass die Kinder Interesse entwickelt haben. Wenn sie zum Beispiel fragen, wo kann ich diese Samen kaufen, weil sie zu Hause etwas pflanzen wollen“, sagt Gräfin Bernadotte. Für Kerstin Kochanski schließt sich ein wenig der Kreis. Vor vier Jahren hatte sie bei der Verleihung der Goldenen Blume von Rheydt den Kontakt zu Gräfin Bernadotte geknüpft. „Ich habe mir gedacht, das muss hier auch realisierbar sein.“ Im September 2020 startete die Gruppe mit einer Führung durch den Schlosspark Wickrath.

Die Pandemie erschwerte die Arbeit, aber Kochanski gab nicht auf: „Wir haben halt improvisiert und die Hochbeete auf Vordermann gebracht.“ Für die Zukunft hat sie auch schon Pläne: „Ich möchte gerne hier auf dem Gelände einen essbaren Garten anlegen.“ Dafür und für andere Projekte bräuchten sie noch Unterstützung. Die Kinder bezahlten keine Beiträge für das Projekt, es werde über Spenden finanziert.