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Mönchengladbach: Karstadt-Mitarbeiter protestieren weiter gegen Schließung in Rheydt

Demonstrationen in Rheydt : Karstadt-Mitarbeiter wollen weiter protestieren

Bei einer erneuten Demonstration in der Rheydter Innenstadt gingen die Belegschaf des Warenhauses und Unterstützer erneut gegen die angekündigte Schließung vor. Unterstützung kommt unter anderem von der Stadtspitze.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“ Immer wieder rufen Karstadt-Angestellte am Samstag diesen Satz bei ihrem Demonstrationszug durch die Rheydter Innenstadt, begleitet von Lokalpolitikern und Bürgern. Jeweils für ein kurzes Stück schließen sich weitere Menschen der Demo an, klatschen Beifall oder verkünden ihren Unmut über die geplante Schließung des Warenhauses.

„Wir wollen weiterleben mit Karstadt und bitten die Politik, uns zu helfen“, sagt Denise Paschmann, die Betriebsratsvorsitzende wenige Tage nach Beginn der Protestaktionen der Belegschaft. „Seit Jahren machen wir Abstriche bei Lohn und Gehalt und haben trotzdem Angst um unsere Arbeitsplätze. Jahrelanges Missmanagement und nicht die Corona-Pandemie ist meiner Meinung nach die Ursache für die geplante Schließung. Jedenfalls wollen wir heute zeigen, dass wir Angestellte nicht aufgeben wollen.“

Bürgermeister Ulrich Elsen (SPD) sagte: „Verloren haben wir erst, wenn die Unterschrift unter den Schließungsvertrag geleistet ist. Also zeigen wir, dass wir nicht aufgeben wollen. Rheydt ist nicht tot.“ Angeschlossen hat sich auch Silke Tellmann: „Für mich ist das Mittun selbstverständlich, schließlich geht es um Rheydt und um unsere Lebensqualität.“ Ihre Bitte an Politik, Verwaltung und das Karstadt-Management: „Das Jetzt ist wichtig. Bitte gebt Rheydt nicht den Gnadenstoß.“

Doris Schriefers arbeitet seit 35 Jahren bei Karstadt, sie sagt: „In all den Jahren haben wir alles aus- und durchgehalten. Wenn Karstadt schließt, sterben auch der Marktplatz, die Gastronomie und Teile des Einzelhandels“. Das wollen Politik und Verwaltung verhindern.  Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (CDU) hat einen Kreis unter anderem aus Planungspolitikern, Stadtspitze, Handel, Quartiersmanagement, Citymanagement und Kirchenvertretern zu einem noch im Juli stattfindenden Austausch eingeladen. Die Karstadt-Mitarbeiter wollen weiter demonstrieren: jeden Mittwoch und Samstag jeweils um 10 Uhr.