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Mönchengladbach: Kapuzinerplatz muss grundlegend saniert werden

Umbaupläne in Mönchengladbach : Kapuzinerplatz soll saniert werden

Eigentlich sollte Geld für bessere Zuwege zum Kapuzinerplatz fließen. Weil der Platz jetzt aber grundlegend erneuert werden soll, muss an anderer Stelle der „Sozialen Stadt“ gespart werden. Auch die Aufwertung des Bahnhofsvorplatzes wird teurer als geplant.

Der Kapuzinerplatz in der Gladbacher Innenstadt soll umgestaltet werden. Dort wird derzeit noch final an der Markthalle gebaut, aber auch drumherum soll sich nun einiges verändern. Und zwar deutlich mehr, als dies bisher im Projekt „Soziale Stadt Alt-Gladbach“ vorgesehen war. Am Mittwoch diskutierte darüber die Bezirksvertretung Nord, die Entscheidung fällt aber erst im Planungs- und Bauausschuss.

Im Kern geht es darum, dass die Flächen des Kapuzinerplatzes in einem „massiv schlechten Zustand“ seien, dies habe laut Stadt ein Gutachten der Stadttochter Mags aus dem Frühjahr dieses Jahres ergeben. Die Folge: Der Platz müsse deshalb grundhaft erneuert werden. Die Stadt will dafür auf die bisherige Planung in den Seitenstraßen verzichten, sprich: Die neue Planung betrifft jetzt nur noch den Kernplatz selbst. Eigentlich sollten nämlich die Zuwege zum Kapuzinerplatz wegen der neuen Markthalle angepasst werden. Dazu gehören etwa die Treppen an der Einfahrt zur Tiefgarage (an der Viersener Straße) und der Eingang der Christuskirche, aber vor allem die Zugänge zur Hindenburgstraße über die Kapuzinerstraße.

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Dies alles ist nun gestrichen, und trotzdem wird alles teurer. Für den Kapuzinerplatz waren bisher rund 590.000 Euro vorgesehen und von der Bezirksregierung auch so genehmigt worden. Das muss sein, das Land gibt ja schließlich das Geld für die „Soziale Stadt Alt-Gladbach“. Weil nun aber der gesamte Platz saniert werden muss, fallen Gesamtkosten in Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro an – ohne die neue Gestaltung der Zuwege.

Das Land gibt dafür aber nicht mehr Geld, die Stadt muss deshalb an anderer Stelle des Maßnahmenpaketes streichen. Und das will sie auch tun. Für den Kapuzinerplatz sollen die neue Gestaltung der Waldhausener Straße (also der Altstadt) und Anpassungen am Alten Markt erst einmal verschoben werden. Eingespart werden damit am Alten Markt knapp 200.000 Euro. Dort waren leichte Anpassungen vorgesehen, die Stadt will dies nun aber in die nächste Förderphase verschieben. Der Alte Markt soll dann zusammen mit der oberen Hindenburgstraße aufgewertet werden. Für die Altstadt waren rund 376.000 Euro vorgesehen, mit denen ebenfalls „kleinere Aufwertungsmaßnahmen“ finanziert werden sollten. Die Stadt sieht dort aber noch weiteren Abstimmungsbedarf vor allem beim Beleuchtungskonzept, „da dies ein prägender Bestandteil der Straße sein wird und sensibel bearbeitet werden muss“. Gerade erst haben die Altstadtwirte ihre Ideen vorgelegt, wie sie die Vergnügungsmeile noch stimmungsvoller gestalten und dies mit einer Spende bezahlen wollen.

Es gibt aber noch eine weitere Änderung in dem Planungspaket: den Umbau des Busbahnhofs. Die Flächen im direkten Umfeld sollen aufgewertet werden, dafür waren 1,2 Millionen Euro eingeplant. Jetzt allerdings gehen die Planer im Rathaus davon aus, dass diese Aufhübschungen 700.000 Euro teurer werden. Alles ist für den Bahnhofsvorplatz vorgesehen. Dafür soll die Qualifizierung  der Aachener Straße mit einem Volumen von knapp 1,5 Millionen Euro verschoben werden. Die Stadt will diese Maßnahme ohnehin bis 2023 verschieben, weil dort vorher die Maria-Hilf-Terrassen gebaut werden sollen.

Wenn die Politiker dieses Paket so beschließen, muss das aber noch von der Bezirksregierung so genehmigt werden. SPD-Politiker Michael Hildemann wollte von Planer Kajetan Lis wissen: „Wie sicher sind Sie denn, dass die anderen Projekte dann nicht ganz hinten runter fallen?“ Lis entgegnete, man habe dazu schon Gespräche mit dem Fördermittelgeber geführt: „Der Fördermittelgeber sieht den Bedarf, denn die Maßnahmen waren immer Teil des Gesamtpaketes. Ich mache mir da keine Sorgen.“