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Mönchengladbach: Kampfansage gegen boshafte Manipulation

Bühnenshow in Möncehngladbach : Kampfansage gegen boshafte Manipulation

Auf „Kreuzfeuer-Tour“ zeigt Profilerin Suzanne Grieger-Langer Abwehrstrategien bei Cybermobbing und Rufmord-Kampagnen. Zuschauer stellen sich mit ihr „den fiesen Machenschaften“.

Der erste Schritt gegen Gedankenterrorismus sollte heißen: Nerven bewahren. „Geht einen demütigen Schritt zurück, findet eure Kraft wieder und geht an die Öffentlichkeit“. Mehrfach betont Suzanne Grieger-Langer dieses Credo, damit es zur Selbstverständlichkeit reift. Ihr Thema sind Strategien gegen Schlammschlachten, Cybermobbing und Rufmord-Kampagnen.

Die Ansprache der Profilerin ist klar, direkt. Ihr Auftritt im schwarzen Overall zur One-Woman-Show im Kunstwerk strahlt Energie und Selbstbewusstsein aus, lässt Raum für selbstironische Anmerkungen und launige Kommentare. Suzanne Grieger-Langer hat die Selbstsicherheit, die sie ihren Zuhörern in der Begegnung mit Aggressoren, Mobbern und Trollen vermitteln will. Die Diplom-Pädagogin, Frontfrau der Grieger-Langer Gruppe und Unternehmerin hat darüber das Buch „Cool im Kreuzfeuer – Schlammschlachten, Cybermobbing und Rufmord-Kampagnen souverän überstehen“ geschrieben und dazu eine Bühnenshow entwickelt. Das Kunstwerk ist nicht komplett ausverkauft, doch gut besucht, als Grieger-Langer auf ihrer Tour in Wickrath Station macht.

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Die Bühne ist dunkel, rasant durchlaufende Zahlenreihen auf der rückwärtigen Leinwand assoziieren die Cyberwelt. „Dieser Abend wird abenteuerlich“, verspricht eine Stimme aus dem Off. Die fragt, wer die weiße Kapsel für ein naives Weiterleben wünsche oder bereit sei für die schwarze, um sich fiesen Machenschaften zu stellen. Natürlich bleiben alle. Nun tritt Suzanne Grieger-Langer aus dem Schatten ins Licht. „Normalerweise seht ihr mich nicht. Ich bin Profilerin“, verrät sie dem Publikum. Sie bringe es selten fertig, Streit auszuweichen, wenn sie Ungerechtigkeiten sehe. Ein Psychopath im familiären Umfeld habe ihre Nehmerqualitäten gestärkt. Beim Profiling unterscheidet Grieger-Langer zwischen zwei Seiten jenseits rot-weißer Absperrbänder. Die eine untersucht den Tatort nach dem Mord, die andere versucht, die Tat zu verhindern. Ihr erklärtes Feindbild ist der „Niedergeschwindigkeitstäter“, der mit eigenen Schwächen konfrontiert, niederträchtig wird. Der Niedergeschwindigkeitstäter wolle als träge Masse nach vorne, ohne übertriebene Bewegung. Daher verwirre er sein Umfeld, greife seine Opfer persönlich an statt mit Argumenten. Ersttäter seien irritiert, wenn das Opfer nicht kooperiere. Das gelte gleichermaßen bei Mord und Management. Daher hinterließen beide am Tatort im Schnitt zwanzig Fehler. Doch mit wachsender Erfahrung agierten Täter effektiver, während sie Gewaltspuren zunehmend besser kaschierten.

„Irrsinn braucht keine Stimme“, betont Grieger-Langer und erklärt, wie eine Mauer des Schweigens Opfer isoliert und Täter schützt. Sie empfiehlt, nicht auf Täter zuzugehen und Machenschaften öffentlich zu machen. Von Cybermobbing betroffene Jugendliche sollten sich nicht verstecken, sondern stattdessen Angriffe auf sich groß ausdrucken und öffentlich zeigen. Sie würden bald merken, dass sie nicht alleine betroffen sind. „Wir können es uns nicht leisten, länger still zu sein, so wie unsere Welt aussieht“, hebt die Wirtschaftsprofilerin hervor. „Shitstorm“ sei nicht neu, sondern das alte Prinzip, Leute mit Dreck zu bewerfen, damit etwas hängen bleibt. „Lasst den Dreck an euch abtropfen wie eine Lotusblume. Die beste Waffe ist Würde. Investiert keine Energie in den Irrsinn. Entschuldigt euch nicht, rechtfertigt euch nicht. Sagt dem Täter: Ich bin enttäuscht, sagt stopp“, mahnt Grieger-Langer. Für das Ressourcenspiel im Leben gibt sie ein Coaching. An erster Stelle steht Orientierung. Nicht getroffene Entscheidungen bezeichnet sie als „unterlassende Hilfeleistung am eigenen Erfolg“. Beim Fokus sollte jedem bewusst sein: Erfolg braucht Zeit und Disziplin.