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Mönchengladbach: Kammerjäger verlangt Wucherpreis - Strafanzeige gestellt

Vierstelliger Betrag gefordert : Nach Wucherpreis - Strafanzeige für Kammerjäger aus Mönchengladbach

Weil sie Ratten in der Wohnung hatte, rief eine junge Frau aus Mönchengladbach-Odenkirchen einen Kammerjäger-Notdienst an. Der verlangte für wenig Einsatz einen horrenden Preis und ahnte nicht, wie sich die Frau wehren würde.

Eine junge Frau aus Odenkirchen hat zwei angebliche Kammerjäger in die Falle tappen lassen, die einen Wucherpreis für ihren Dienst verlangt hatten. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Odenkirchenerin hatte am 2. Mai kurz nach Mitternacht einen Kammerjäger-Notdienst angerufen, weil sie Ratten in der Wohnung hatte. Die Rufnummer hatte sie auf einer entsprechenden Internetseite gefunden.

Gegen 1.30 Uhr klingelten zwei Männer an ihrer Tür und stellten sich als die gerufenen Kammerjäger vor. Die Frau gewährte ihnen Einlass. Das Duo inspizierte die Räume und stellte zwei Tierfallen auf. Für dieses Vorgehen, inklusive „Feiertagszuschlag“, verlangten die Kammerjäger einen vierstelligen Betrag.

Nach Angaben der Frau wurden die zwei Männer „immer aufdringlicher“, so dass sie sich gezwungen sah, die Hälfte des Betrages per EC-Karte noch vor Ort zu zahlen. Man verblieb dabei, dass der Restbetrag am nächsten Tag in bar abgeholt werden würde.

Einer der Männer erschien am nächsten Tag, wie verabredet, an der Wohnung an der Schmidt-Bleibtreu-Straße und staunte nicht schlecht. Denn nicht nur die Wohnungsbesitzerin, auch zwei Polizeibeamte empfingen ihn. Die Frau hatte bereits am Morgen die Polizei verständigt und über den Vorfall in der Nacht informiert. Der Mann gab in seiner Befragung zu, in der Nacht dabei gewesen zu sein und nun das Geld abholen zu wollen. Eine entsprechende Strafanzeige wurde gefertigt. Nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen wurde der Mann wieder entlassen. Die Ermittlungen dauern an.

(gap)