SPD-Unterbezirksparteitag in Mönchengladbach Jusos: Kostenfreie Tampons und Binden auf Toiletten

Mönchengladbach · Beim Unterbezirksparteitag der SPD Mönchengladbach will die Jugendorganisation einen Antrag stellen. Demnach sollen die Hygienematerialien auf öffentlichen Toiletten kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

 Lin Großmann ist die Vorsitzende der Jusos.

Lin Großmann ist die Vorsitzende der Jusos.

Foto: SPD/Stefan Voelker

Die Mönchengladbacher Jungsozialisten und Jungsozialistinnen (Jusos) fordern, dass auf öffentlichen Toiletten im Stadtgebiet künftig Menstruationsartikel kostenfrei bereitgestellt werden. Einen entsprechenden Antrag will die Jugendorganisation der SPD am Samstag, 13. November, beim Unterbezirksparteitag der SPD Mönchengladbach stellen.

Nach Angaben der Jusos beruht ihre Forderung darauf, dass sich viele, vor allem junge Mädchen und Frauen, die teilweise teuren Hygieneartikel nicht leisten können. Binden und Tampons sollten aber keine Luxusgüter sein, sondern müssten jedem zugänglich gemacht werden. Die Kosten für Menstruationsartikel liegen „durch bis zu 500 Monatszyklen, die im Leben anfallen, im vierstelligen Bereich“ erklärt die Juso-Vorsitzende Lin Großmann. Zudem sei es unverständlich, warum zwar Müllbeutel und anderes Material zum Entsorgen von Binden und Tampons zur Verfügung gestellt würden, nicht aber die teils dringend benötigten Periodenprodukte selbst.

Zahlen zur so genannten Periodenarmut liegen bislang vor allem aus Großbritannien vor. Die Mönchengladbacher Jusos beziehen sich in ihrem Antrag auf eine Studie der Kinderhilfsorganisation „Plan“, die belegt, dass sich eines von zehn Mädchen in Großbritannien keine Menstruationsartikel leisten kann. Weltweit rückt das Thema immer mehr in den Fokus, schreiben die Jusos. Denn „die Periode und Menstruationsprodukte sind Teil des Alltags“. Schottland hat eine Vorreiterrolle inne, da dort als erstes Land Binden und Tampons kostenlos verteilt wurden. In Neuseeland oder Frankreich ist man ebenfalls einen Schritt weiter.

Aber auch in einigen deutschen Städten gibt es bereits ähnliche Initiativen. Als erste von ihnen hat Hamm ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Periodenprodukte, beispielsweise in Schulen, kostenfrei bereitgestellt werden. Auch im Kreis Herford wollte man dem Beispiel folgen – ebenfalls auf Initiative der dortigen Jusos hin.

Die Mönchengladbacher Jusos gehen über das noch hinaus, indem sie den Einsatz nicht nur für Schultoiletten, sondern insgesamt für öffentliche Toiletten fordern. Wie das Ganze finanziert werden könnte oder auch logistisch machbar sein soll, bleibt in dem Antrag offen.

(leb)