Mönchengladbach: Juristischer Info-Tag für Schüler

Info-Tag: „Vielleicht studiere ich Jura“

In der Info-Reihe „Alles was Recht ist“ von Rheinischer Post, Anwaltverein, Landgericht und IHK ging es diesmal um juristische Fragen und Antworten für junge Erwachsene. Auch juristische Berufe standen im Fokus.

Christina Eßer hat sich schon mit dem Virus angesteckt, dem Jura-Virus genauer gesagt. Am Franz-Meyers-Gymnasium gibt es nämlich eine AG, die sich mit Rechtsfragen auseinandersetzt, geleitet vom Sprecher des Landgerichts, Richter Fabian Novara. Deshalb ist Christina auch ganz besonders neugierig auf die Infos zu Berufen im Bereich der Rechtspflege, für die vor der ehrwürdigen Tür zum Schwurgerichtssaal am Landgericht Mönchengladbach gleich ein halbes Dutzend Stehtische für Gespräche mit Fachleuten bereit steht.

Die Schülerin der Q1 ist mit ein paar Klassenkameraden aus Giesenkirchen angerückt zum Info-Nachmittag, der sich in der Reihe „Alles was Recht ist“ diesmal an ein jüngeres Publikum wendet. „Was junge Erwachsene wissen sollten“ ist der Untertitel der Veranstaltung, in der eine ganze Reihe von Referenten zu Themen wie Vertrags- oder Mietrecht, Führerschein, Versicherungen, Arbeitsverträgen und den Tücken des Online-Handels informiert.

Alles was Recht ist mit Schuelern
Die Referenten gaben den Schülern Rechtstipps in vielen Gebieten. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Bereits kurz vor 14 Uhr stehen die Jugendlichen Schlange vorm Landgericht, müssen einer nach dem anderen durch die Sicherheitsschleuse. Als Rechtsanwalt Michael Rost, Vorsitzender des Anwaltvereins Mönchengladbach, gegen 14.30 Uhr ein mit rund 120 Schülern voll besetztes Plenum unter der Respekt einflößenden Kassettendecke des Gerichtssaals begrüßt, sind ganze Klassen noch außen vor.

Alles was Recht ist mit Schuelern
Die Referenten um den Rechtsanwaltsvereins-Vorsitzenden Michael Rost. Foto: Ilgner Detlef (ilg)
  • Persönlich : Der "Halbneger" hat juristische Konsequenzen

Als dann Rechtsanwalt Boris Wolkowski seinen Kurzvortrag darüber hält, was mit 18 anders ist, wenn man eine Unterschrift leistet („Deine Unterschrift kann dich reich machen, oder dich ruinieren“), sind auch Lukas Köhler, Hannes Delißen und Ragulan Raveendran ganz Ohr. Die drei sind von ihrem Sozialwissenschafts-Lehrer motiviert worden, sich die Vorträge einmal anzuhören. Und sie stehen schon bald an einem der Info-Points mit einem Fachmann für Versicherungsrecht. Sie erfahren, welche Versicherungen man eigentlich braucht, wenn man von zu Hause auszieht. Von der Gesamtschule Stadtmitte, die bald Theo-Hespers-Gesamtschule heißen wird, ist gleich die ganze Stufe 11 ins Landgericht gekommen, nicht zuletzt, weil die Oberstufenkoordinatorin ein Faible für Jura hat. Das macht an den Stehtischen mächtig Betrieb.

Viele junge Richter und Anwälte sind unter den Ansprechpartnern, die sämtlich glaubhaft vermitteln, so ein juristischer Beruf sei ganz schön spannend. Trotz hoher Prüfungsanforderungen im Studium und einer beträchtlichen Zahl arbeitsloser Juristen, wird zumindest Christina das erfreut zu Kenntnis genommen haben. „Vielleicht studiere ich ja Jura“, sagt sie. Die anderen Jugendlichen sind nach diesem Tag mit Sicherheit ein ganzes Stück schlauer. In Rechtsfragen.