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Mönchengladbach: Jugendliche lernen die Chancen der Videospiel-Branche kennen

„Olympic Gamer Games“ in Mönchengladbach : Videospiele als Chance für Jugendliche

Bei den „Olympic Gamer Games“ teilten Referenten aus der Videospiel-Szene ihre Erfahrungen mit Jugendlichen. Sie informierten über gesundes Computerspielen und welche Erfolgsaussichten in der Branche bestehen.

Videospiele sind eine Chance und eine Gefahr – wobei ersteres überwiegt. Das ist die Quintessenz des einwöchigen Workshops der Bildungsinitiative BG3000. Bei dem Sommercamp namens „Olympic Gamer Games“ klärten die Referenten Jugendliche und Eltern über die Videospiel-Branche auf und berichteten aus erster Hand von ihren Erfahrungen. Der Name der Seminarreihe leitet sich von den Olympischen Spielen ab, die aktuell in Tokio ausgetragen werden. Noch sei E-Sport nicht olympisch. Mit gängigen Sportarten aber habe es viel mehr zu tun, als es auf den ersten Blick erscheint, hieß es von der BG3000. Denn auch wer mit professionellem Computerspielen sein Geld verdient oder sich anderweitig beruflich mit Videospielen auseinandersetzt, darf seine körperliche Gesundheit nicht außer Acht lassen.

Deshalb gab es begleitend zu jedem Seminartag, welche immer morgens und online stattfanden, eine 15-minütige Sporteinheit mit Manuel Riemann vom VfL Bochum. Damit sollte der Körper in Schwung gebracht werden. Zudem zeigte der Profi-Torwart Übungen, die in den Alltag eingebunden werden können.

 Torwart Manuel Riemann machte mit den Teilnehmern das tägliche Warm-up.
Torwart Manuel Riemann machte mit den Teilnehmern das tägliche Warm-up. Foto: BG3000
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Von dem Stellenwert der Gesundheit berichtete auch Referent Simeon Grötchen – ein ehemaliger E-Sport-Profi. Er selbst hat erlebt, welche Risiken mit intensivem Spielen verbunden sein können – etwa ein Rundrücken oder das Karpaltunnelsyndrom. Sein Tipp an die Jugendlichen: präventiv Übungen machen und diesen Risiken vorbeugen. Und: „Ein gesunder Lifestyle fördert auch euren Gaming-Erfolg.“

Ansonsten zeigte der ehemalige Profi die diversen Chancen auf, die mit Videospielen in der heutigen Zeit verbunden sind: Das spielerische Lernen, das Fördern der kognitiven Fähigkeiten, der Hand-Augen-Koordination und der Kreativität. Und natürlich dient es zur Entspannung. Außerdem ist die Branche mittlerweile so groß, dass dort reihenweise Berufsbilder vertreten sind – egal ob man Programmieren, Designen oder Veranstaltungen organisieren möchte.

Früher hat Grötchen professionell gespielt, heute ist er ein sogenannter „Content-Creator“. Diesen Beruf üben auch die beiden Referenten Dustin Naujokat und Nikolas Beckel aus. Sie alle verdienen ihren Lebensunterhalt mitunter durch Plattformen wie Youtube, Twitch, Instagram und Tiktok. Wer dort zeigt, wie er ein Spiel spielt – und das besonders lustig, kreativ oder einfach gut umsetzt – kann seine eigene kleine Fangemeinde aufbauen. Gerade zu dieser Art von Berufsbild hatten die insgesamt 52 Teilnehmer des Sommercamps, die verteilt auf die fünf Seminartage das Camp besuchten, viele Fragen.

Die wichtigsten Tipps der Experten an die Jugendlichen: „Sei du selbst“ und „Mach das was dir Spaß macht“. Und man sollte nicht verbissen dem Erfolg hinterherlaufen, denn die Konkurrenz ist groß und das Geschäft schnelllebig. Und so empfahlen die Referenten: Probiert euch aus, fangt einfach an, aber unterschätzt nicht die Arbeit, die dahintersteckt. Denn auch das betonten die Referenten stets: Der Beruf des E-Sportlers oder des Content-Creators ist mehr als das, was man nach außen sieht. Es sind unzählige Stunden der Analyse, der Fortbildung, der kreativen Arbeit und der Planung. Und wer Erfolg haben will, muss konsequent abliefern und am Ball bleiben.

 Jonathan ist passionierter Spieler. Er hat an den „Olympic Gamer Games“ der BG3000 teilgenommen und die Referenten mit Fragen gelöchert.
Jonathan ist passionierter Spieler. Er hat an den „Olympic Gamer Games“ der BG3000 teilgenommen und die Referenten mit Fragen gelöchert. Foto: BG3000

Als kleine Probe gehörte daher zum Sommercamp auch, dass die Jugendlich selbst aktiv werden. Einen Tag sollten sie ihr Spiel analysieren, ein anderes Mal ein Video produzieren oder einen Stream starten.

Referent Onur Özgen ging dann noch auf die Risiken ein und erklärte den Jugendlichen, wie sie eine Balance zwischen Spielen und Alltag umsetzen können. Ein Tipp: Die Bildschirmzeit nachverfolgen und prüfen, ob diese angemessen ist. Zudem beantwortete eine Expertin des Videospielunternehmens Ubisoft die Fragen der Eltern zum Thema Videospiele. Sie sprach sich dafür aus, dass die Erwachsenen mit den Kindern zusammen spielen, sich mit der Thematik auseinandersetzen und dadurch besser das Hobby und mitunter den Berufswunsch ihrer Kinder verstehen. Denn Gaming gehört mittlerweile unweigerlich zum Alltag unzähliger Menschen.