Mönchengladbach: Johanneskirche wird in Seniorenzentrum umgebaut

Sozialer Wohnungsbau : Entwidmete St. Johanneskirche wird in Seniorenzentrum umgebaut

Der Caritasverband entkernt die Kirche für den Bau von 23 Seniorenwohnungen und eine Tagespflege. Geschäftsführer Polixa stellte die Pläne beim Montagsgespräch im Begegnungszentrum Hannes vor.

Als großes Glück und bemerkenswerten Akzent für die Menschen vor Ort lobte Pfarrer Michael Schicks das Vorhaben des Caritasverbands Region Mönchengladbach. Der investiert 5,5 Millionen Euro, um die entwidmete Kirche St. Johannes in 23 Seniorenwohnungen, 14 davon im sozialen Wohnungsbau, und eine Tagespflege umzubauen. Das Projekt war Thema des Montagsgesprächs im Begegnungszentrum „Hannes“. Hier gab Frank Polixa, Geschäftsführer des Caritasverbandes Region Mönchengladbach, Einblick in die Baupläne. Das Interesse ist offensichtlich groß. „So voll war es erst einmal zuvor und das schon vor langer Zeit“ kommentierte Gemeindereferent Roland Weber die hohe Beteiligung.

Montagsgespräch zum Umbau der St.-Johannes-Kirche, Frank Polixa. Foto: Bauch, Jana (jaba)

„Uns ist es wichtig, dass der soziale Charakter der Kirche erhalten bleibt“, versicherte Polixa. Er stellte ebenso fest, dass der Kubus des Kirchengebäudes im Wesentlichen bestehen bleibt, das Innere aber entkernt wird. Im Erdgeschoss wird die Tagespflege mit 15 Plätzen für Senioren mit Pflegegrad entstehen. Ein großer Raum mit Küche soll Platz für verschiedenste Angebote bieten sowie die Möglichkeit, viele Menschen beim Kochen zu beteiligen. Geplant sind ebenso ein Pflegebad und eine große Terrasse. Tagesgäste können gebracht werden, doch es wird auch ein Hol- und Bringdienst organisiert. Wirtschafts- und Abstellräume finden Platz im fensterlosen Innenbereich. Andachts- und Kappellenraum seien für die gemeinschaftliche Nutzung vorgesehen, wie auch bei Bedarf für private Feiern. Im Erdgeschoss wird ebenso die mit 77 Quadratmetern größte der geplanten Seniorenwohnungen liegen. Für die anderen frei finanzierten Wohnungen sind Einheiten ab 53 Quadratmetern geplant, für die geförderten Wohnungen Größen zwischen 46 und 52 Quadratmetern. Im Bereich von Taufbecken und Orgel wird der Aufzugskern integriert. Für das erste Obergeschoss sind acht Wohnungen vorgesehen, davon sechs geförderte und zwei frei finanzierte. „Wir werden das Dach der Kirche ausschneiden und von oben Lichteinfall in den Flur haben“, berichtete Polixa. Für ein Mehr an Licht werden ebenso die seitlichen Wände aufgeschnitten. Das zweite Obergeschoss wird mit dem ersten übereinstimmen. Zudem entsteht ein zurückversetztes Staffelgeschoss. Alle Wohnungen werden barrierefrei sein und einen Balkon haben. „Die Kirche hat eine enorme Höhe. Es wird viel mit Holz, also einem nachwachsenden Rohstoff, gearbeitet“, so der Geschäftsführer. Der vordere Außenbereich werde für die Feuerwehr-Zufahrt benötigt. Zehn geplante Stellplätze für die Wohnanlage sollen auf kirchlichem Gelände stehen. Eine Schrankenanlage beschränke die Zufahrtmöglichkeit für Bewohner und den Bus der Tagespflege. Die Kaltmiete für die geförderten Wohnungen soll etwa 5,70 Euro betragen. Für deren Bezug ist ein Wohnberechtigungsschein notwendig. Bei der Belegung hat die Stadt ein Mitspracherecht. Der Mietpreis der frei finanzierten Wohnungen soll etwa 11 Euro betragen. „Der Caritas-Verband ist ein sozialer Verband. Er realisiert das Projekt, um in einer bestimmten Situation Wohnraum zu schaffen. Wenn wir eine schwarze Null schreiben, sind wir froh“, merkte Vorsitzender Christof Wellens zur Kostenkalkulation an. „Wir sind auf der Zielgeraden. Wir haben noch keine Baugenehmigung, doch die Voranfrage wurde positiv beschieden“, sagte Polixa. Er rechnet mit einem Baubeginn zwischen Ostern und den Sommerferien sowie einer Bauzeit von eineinhalb Jahren. 2021 soll die umgebaute Kirche bezugsfähig sein. Polixa empfahl Interessenten, sich bald schon vormerken zu lassen. Bei anderen Projekten habe der Verband die Erfahrung gemacht, dass die Nachfrage um ein Dreifaches höher liegt als das Angebot.