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Mönchengladbach: Insolvenz mit vielen Kündigungen bei der IBG Monforts

Unternehmen in Mönchengladbach : IBG Monforts wieder in der Insolvenz

Die Kunststoffsparte des traditionsreichen Unternehmens steht vor dem Aus: 60 Mitarbeiter wurden bereits entlassen. Die anderen Bereiche sind aber nicht betroffen. Warum es nach der letzten Insolvenz nicht einmal ein Jahr gedauert hat.

Das letzte Insolvenzverfahren ist noch nicht einmal ein Jahr vorbei, da ist das Mönchengladbacher Traditionsunternehmen IBG Monforts erneut in Schwierigkeiten. Die Gruppe hat für die Sparte Fluorkunststoffe bereits im Dezember die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Gericht folgte dem Antrag und setzte Biner Bähr als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Zunächst hatte „Radio 90,1“ berichtet.

Betroffen ist die Gesellschaft IBG Monforts GmbH u. Co. Aussicht auf eine Sanierung dieser Sparte gibt es diesmal aber wohl nicht. Wie Geschäftsführer und Inhaber Christian Monforts von Hobe berichtete, seien 60 Mitarbeiter durch Kündigung bereits seit dem Jahreswechsel freigestellt. Nicht betroffen seien hingegen die Sparten Oberflächentechnik, Bürstwalzen, Ölpresse (Oekotec) und LPS-Systems (in Hessen). Die Unternehmen arbeiten getrennt und wirtschaftlich eigenständig voneinander, weshalb die anderen Geschäftsfelder unberührt bleiben von der Insolvenz.

 Das sind die Firmenchefs (v.l.): Franziskus Monforts von Hobe und Christian Monforts von Hobe. (Archivfoto)
Das sind die Firmenchefs (v.l.): Franziskus Monforts von Hobe und Christian Monforts von Hobe. (Archivfoto) Foto: bauch, jana (jaba)

 Monforts von Hobe führt diesen Schritt auf die schlechte Auftragslage zurück. Die Kunststoff-Sparte habe Kostenpflichtiger Inhalt nach der Insolvenz im vergangenen Jahr die Umsatz- und Auftragspläne nicht verwirklichen können. Die IBG Monforts ist Zulieferer von Kunststoffbauteilen für den Anlagen- und Maschinenbau. Weil im Anlagenbau aber ohnehin Material-Knappheit herrsche, seien dann auch die Monforts-Teile nicht bestellt worden. Die Folge waren Verluste. „Wir mussten das aus eigener Liquidität kompensieren, und das geht auf Dauer nicht“, sagt Monforts von Hobe. Corona-Hilfen habe die IBG Monforts nicht bekommen. Deshalb habe man sich entschlossen, diesen Bereich zu schließen. In den anderen Unternehmensbereichen sei die Lage hingegen zufriedenstellend.

  • Die Firmenchefs Franziskus Monforts von Hobe
    Traditionsunternehmen in Mönchengladbach : IBG Monforts beendet die Insolvenz
  • Produktion und Verwaltung des Unternehmens sind
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Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum die Gruppe in Schieflage geraten ist: Der Umzug von Giesenkirchen ins Gewerbegebiet Güdderath war kostspielig, der neue Unternehmenssitz ist überdies zu groß. Darunter hatte auch die Kunststoffsparte schon gelitten. Das geht aus dem letzten veröffentlichten Geschäftsbericht für die Gesellschaft für 2017/18 hervor, der aber auch bereits aus dem Jahr 2019 stammt. Darin heißt es: „Unsere Gesellschaft hatte bedingt durch die Betriebsverlagerung ein weiteres schwieriges Geschäftsjahr zu bewältigen.“ Umsätze seien um 14 Prozent eingebrochen. Seitdem wurde aber kein Bericht mehr veröffentlicht. Monforts von Hobe betont, auch 2019 habe die Kunststoff-Gesellschaft Verluste geschrieben, weshalb dann 2020 mit Einbruch der Corona-Pandemie keine Hilfen vom Staat flossen.

Den Umzug will Monforts von Hobe nun rückabwickeln, das Unternehmen soll mit den verbleibenden 30 bis 35 Mitarbeitern zurück nach Giesenkirchen ziehen: „Wir gehen von einem Umzug bis Juni aus“, sagte Monforts von Hobe. Er geht davon aus, dass die Kunststoffsparte nun abgewickelt wird. Die Entscheidung liegt aber beim Insolvenzverwalter.

Die IG Metall bedauerte die Insolvenz. „Es ist sehr schade: Die Kollegen haben versucht, unter widrigsten Umständen alles möglich zu machen“, sagte Olaf Caplan von der Gewerkschaft. Teilweise seien kurzfristig Nachtschichten geschoben worden, um Kundenaufträge bei Materiallieferungen schnell abwickeln zu können. „Kollegen haben auch auf Zahlungen warten müssen“, sagt Caplan.

In Mönchengladbach gibt es mehrere Unternehmen, die den traditionsreichen Namen Monforts tragen, aber nichts miteinander zu tun haben. Sie gehen alle auf den Gründer August Monforts zurück, der 1884 die A. Monforts Textil- und Werkzeugmaschinenfabrik gründete. Die IBG Monforts wurde aber schon 1957 mit der Herstellung von Bürstwalzen ausgegliedert, ist also schon mehrere Jahrzehnte ein eigenständiges Unternehmen in Familienhand. Die ursprüngliche Monforts Textilmaschinen GmbH gibt es auch heute noch, ebenso wie die Monforts CNC Werkzeugmaschinen GmbH.