Mönchengladbach Industrie 4.0 : Blauhaus-Talk sieht bei Industrie 4.0 in Mitarbeitern die treibende Kraft

Im Senatssaal der Hochschule Niederrhein drückte die Hitze, und auch das Thema des dritten Blauhaus-Talks hatte Brisanz: Die digitale Transformation der Unternehmen, Schlagwort: Industrie 4.0, ist in aller Munde.

Das Institut für Geschäftsprozessmanagement und IT (Gemit) und der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften hatten zum dritten „Blauhaus-Talk“ eingeladen, einem Informationsabend zu innovativen Themen der Zukunft. Sie informierten über Projekte, die die Digitalisierung in kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region voranbringen sollen.

 In kurzen Vorträgen stellten die Mitarbeiter und Professoren vor, wie eine voranschreitende Digitalisierung Effizienz und Erfolg der Unternehmen steigern könnte. Da ging es um die Chancen einer digitalen Plattformorganisation, wie sie die Website für Unterkunftsvermietungen „Airbnb“ oder die Online-Vermittlungsplattform für Personenbeförderung „Uber“ erfolgreich betreiben. Oder um um die Frage, inwiefern digitalisierte Produktions- und Logistikprozesse den einzelnen Mitarbeiter ersetzen. Ein Lösungsvorschlag dazu kam von Professor Holger Beckmann: Sogenannte Wearables, ein am Körper zu tragendes Computersystem, registrieren und verknüpfen die Daten von Mitarbeiter und Umgebung. Auch das Projekt „DigiPro“ wurde vorgestellt: Es unterstützt deutsche und niederländische Unternehmen in innovativen digitalen Geschäftsmodellen finanziell sowie beratend.

  • Blick auf den Chempark in Uerdingen.
    Chempark in Uerdingen, Leverkusen und Dormagen : Currenta will 40.000 Mitarbeiter impfen
  • Finanzminister Lutz Lienenkämper im digitalen Talk
    Digitale Runde in Mönchengladbach : Finanzminister trifft Gladbacher Wirtschaft
  • Blick auf das Erkelenzer Gewerbegebiet Ost
    Konjunkturumfrage der IHK Aachen : Unternehmen im Erkelenzer Land melden verbesserte Lage

Senem Yazici richtete in einem Umfrageergebnis den Fokus auf die Selbsteinschätzung der kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region. „Die Meinung, man sei mit der Digitalisierung vorangeschritten, ist vorherrschend“, sagte sie. Dabei brauche der Prozess mehr Zeit, als Führungskräfte einschätzen könnten. „Die Mitarbeiter treiben die Entwicklung voran, nicht die Unternehmensführung. Digitalisierung muss in der Belegschaft und in den Strukturen und Prozessen gestreut werden und sickert nur schrittweise durch.“

Das Institut Gemit besteht seit 2008 und beschäftigt acht Mitarbeiter und fünf Professoren aus den Wirtschaftswissenschaften und dem Wirtschaftsingenieurswesen. „Die Zusammenarbeit mit den Studenten, die zum Beispiel ihre Abschlussarbeiten am Institut verfassen, steigert die Marktfähigkeit unserer Projekte“, sagte Yazici. Den „Blauhaus Talk“ veranstaltet Gemit seit 2016 einmal jährlich. Unternehmen und Partner aus der Region erhalten einen konkreten Einblick in aktuelle Forschungsthemen aus den Bereichen Logistik, IT und Human Ressources.