Mönchengladbach: Im Hospizdienst Sterbende bis zum Tod begleiten

Hospizdienst in Mönchengladbach : Sterbende bis zum Tod begleiten

Im ambulanten ehrenamtlichen Hospizdienst werden Sterbende begleitet. Zwölf neue ehrenamtliche Helfer haben gerade ihren Vorbereitungskurs abgeschlossen. Sie geben den Menschen die Würde, die verdienen und hören zu.

Jeder im Hospizdienst ehrenamtlich Engagierte bringt ein eigenes Motiv und eigene Erfahrungen mit dem Leben und dem Sterben mit. Einig sind sich aber alle, dass die Begleitung sterbender Menschen als etwas sehr Sinnvolles und Sinngebendes erlebt werden kann. Nähe und Zuwendung, Gespräche über Leben und Tod erhalten durch die beiden Seiten bewusste Endlichkeit eine besondere Qualität. Der ehrenamtliche ambulante Hospizdienst verlangt viel von den Helfern, aber sie werden gut vorbereitet und sind vom Sinn ihrer Aufgabe überzeugt.

Gerade haben zwölf Teilnehmer einen der Hospiz-Grundkurse abgeschlossen, die das DRK Mönchengladbach regelmäßig anbietet. 80 Stunden intensive Auseinandersetzung mit den Themenbereichen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer und auch mit der eigenen Sterblichkeit liegen hinter ihnen. Außerdem haben sie in 20 Einsatzstunden praktische Erfahrungen gesammelt. „Ehrenamtliche Begleiter im Hospizdienst kommen in eine psychosoziale Belastungssituation“, erklärt Conny Wolff, Koordinatorin des ambulanten Palliativ- und Hospizdienstes beim DRK. „Ihre Anwesenheit sorgt für Entspannung, gibt den Angehörigen Zeit und Freiraum und dem Sterbenden einen Gesprächspartner, dem oft Dinge oder Ängste anvertraut werden, die die Angehörigen nicht hören sollen oder wollen.“

Auf diese Situationen werden die Ehrenamtler im Kurs vorbereitet. „Ich habe bisher Kontakt eher intuitiv aufgenommen“, sagt Brigitte Neten, die den Kurs gerade abgeschlossen hat. „Jetzt weiß ich auch, worauf in schwierigeren Situationen zu achten ist.“ Persönliche Erfahrungen mit dem Mönchengladbacher Hospiz haben die Gladbacherin dazu bewogen, sich in diesem Bereich zu engagieren. Sie arbeitet auch ehrenamtlich auf der Palliativstation des Krankenhauses Maria Hilf. Michaela Kaiser hat ihren an Krebs erkrankten Vater in seiner letzten Lebensphase begleitet. „Das war eine sehr intensive Zeit, Gespräche haben dann eine ganz andere Qualität“, sagt sie.

Die Ehrenamtler im Hospzdienst geben vielen Sterbenden Kraft. Das hilft auch die Angehörigen. Sie hören zu und gehen auf die Bedürfnisse der Menschen ein. Foto: Swen Pförtner/dpa

Nicole Rader hat langjährige Erfahrungen im Hospizdienst. „Für mich ist das eine fortwährende Schule des Lebens“, sagt sie. Die Bedürfnisse der Begleiteten seien unterschiedlich: der eine wünscht ein Berührung, der andere nicht. Die eine möchte ihre Lebensgeschichte erzählen, die andere schweigen. Wichtig ist ihr, auch Menschen, die keine Familie haben, durch Begleitung zu zeigen, dass sie wichtig sind. Mike Hardcastle ist schon seit vielen Jahren dabei. Der ehemalige Polizist hat sich als Therapeut und in der Palliativpflege qualifiziert und weiß, wie groß das Bedürfnis der Sterbenden, aber auch der Angehörigen ist, ein Gegenüber zu haben, das zuhört. Auf Wunsch schreibt er die Lebensgeschichten der Patienten auf. „Ich finde es wichtig, Sterbenden ihre Würde zu erhalten“, sagt er. Seine Lebensgeschichte und die von 14 von ihm Begleiteten hat er im Buch „Der Schwellengänger“ niedergelegt.