Mönchengladbach: IHK zeichnet Firmen für betriebliches Gesundheitsmanagement aus

Gesundheitsmanagement in Mönchengladbach : Was Betriebe für die Gesundheit tun

Das Rechenzentrum Hartmann hat ein umfangreiches Angebot der betrieblichen Gesundheitsförderung entwickelt und ist dafür mit einem neuen Preis der IHK ausgezeichnet worden – neben der Sozial-Holding und der NEW.

„Acht Stunden Arbeit am Schreibtisch sind belastend“, sagt Caroline Hartmann-Serve, Geschäftsführerin des Mönchengladbacher IT-Dienstleisters Rechenzentrum Hartmann (RZH). „Deshalb wollten wir gegensteuern.“ Schon bei der Planung des neuen Gebäudes, das das RZH vor zwei Jahren an der Pescher Straße bezogen hat, wurde die Gesundheitsförderung mitgedacht. Das Angebot, das das familiengeführte Unternehmen jetzt für seine 50 Mitarbeiter bereit hält, wurde gerade von der IHK Mittlerer Niederrhein mit einem Preis für betriebliche Gesundheitsförderung ausgezeichnet. Zum ersten Mal hat die IHK Firmen für ein besonders innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) im Kammerbezirk ausgezeichnet. Zur Preisverleihung kamen rund 100 Gäste in die IHK. „Der Preis ist für uns Motivation, am Thema dranzubleiben“, erklärt Hartmann-Serve.

Die ausgezeichnete Gesundheitsförderung des Unternehmens besteht aus unterschiedlichen Elementen. Die in der Mittagspause gern genutzte Tischtennisplatte steht nicht mehr wie früher in einem Tagungsraum, der immer wieder frei geräumt werden muss, sondern wurde im neuen Fitnessraum untergebracht. Dort finden sich auch Sitzbälle oder Schlingen-Trainer zur Lockerung der Rückenmuskulatur. „Man kann allein oder in der Gruppe trainieren“, sagt Marco Richter-Kraks, bei RZH sowohl für das Personal als auch für die Fitness zuständig. In der Gruppe macht es aber mehr Spaß und motiviert auch besser. Also bietet Richter-Kraks zwei Mal in der Woche  Kurse zur Rückenschulung an. „Dreißig Minuten sind völlig ausreichend“, umreißt Richter-Kraks, der eine Ausbildung in der Gesundheitsbranche absolviert hat,  den Zeitaufwand. „Es müssen nicht ein, zwei Stunden im Fitnessstudio sein.“ Aber für wirksames Gesundheitsmanagement braucht man nicht unbedingt einen eigenen Fitness-Coach oder viel Platz. „Man kann die Rückenschule auch im Konferenzraum mit einem externen Trainer oder Physiotherapeuten anbieten“, sagt Richter-Kraks. Früher hatten die RZH-Mitarbeiter häufiger mit Rückenproblemen zu kämpfen, aber das ist besser geworden. „Sie sagen mir, dass sie sich jetzt wohler fühlen“, erklärt er. „Man muss sich eben Zeit für die Gesundheit nehmen, sonst braucht man  später  Zeit für die Krankheit.“  In Zukunft möchte er die Mitarbeiter noch stärker in Bewegung setzen. „Ich will regelmäßig durch die Büros gehen und drei, vier Minuten lang ein paar Übungen mit den Kollegen machen“, sagt er.

Doch das Angebot der betrieblichen Gesundheitsförderung bei RZH  geht über Bewegungseinheiten hinaus. Fast selbstverständlich: höhenverstellbare Schreibtische, die auch Arbeit im Stehen zu lassen, ergonomisch geformte Arbeitsmittel wie Computermäuse, Sitzbälle und Stehtische für Meetings. Die Firma stellt außerdem Fahrräder für Dienstgänge oder die Mittagspause bereit. Um rasch in die Stadt zu fahren oder eine kleine Tour durch den Volksgarten zu machen. „Sie werden gut angenommen“, stellt Caroline Hartmann-Serve fest. Noch größeren Zuspruchs erfreut sich ein ebenso einfaches wie effektives Angebot: Wasserspender, aus denen die Mitarbeiter Wasser mit und ohne Kohlensäure zapfen können. So werde mehr getrunken, stellt die Geschäftsführerin fest, ohne dabei vermehrt Plastikabfall zu produzieren. Zudem wird Obst für die Mitarbeiter bereitgestellt. Wichtig ist, dass das betriebliche Gesundheitsmanagement kein Strohfeuer ist.

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