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Mönchengladbach: IHK und Handel kritisieren Verbot von verkaufsoffenen Sonntagen

Sonntagsöffnungen in Mönchengladbach : IHK bedauert Entscheidung zu Shopping-Sonntagen

Bei Händlern und der IHK macht sich nach dem Verbot von verkaufsoffenen Sonntagen im Advent Enttäuschung breit. Dies sei ein herber Schlag für den ohnehin gebeutelten Handel.

Die Hoffnung vieler Händler, einen Teil der coronabedingt verlorenen Umsätze an verkaufsoffenen Sonntagen im Advent nachzuholen, ist geplatzt. Das Oberverwaltungsgericht Münster stoppte eine entsprechende Regelung des Landes auf Antrag der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein kritisierte die Entscheidung. „Das ist keine gute Nachricht für die Einzelhändler“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Sicherlich hätte ein verkaufsoffener Sonntag mehr Menschen in der Weihnachtszeit in die Innenstädte gezogen.“ Jan Kaiser, Geschäftsführer des Handelsverbands in Mönchengladbach, sagte: „Das ist ein weiterer herber Schlag für den ohnehin sehr gebeutelten Handel. Das hätte Kundenströme einerseits entzerrt und andererseits für einige umsatzstarke Tage im Weihnachtsgeschäft gesorgt.“

Die IHK verwies auf die prekäre Lage bei vielen stationären Händlern. Dies habe eine Umfrage ergeben. Nur 19 Prozent aller Einzelhändler, die sich an der Umfrage beteiligt haben, meldeten demnach eine gute Lage, 58 Prozent eine schlechte. 30 Prozent meldeten akute Liquiditätsengpässe, neun Prozent sogar eine deutliche Insolvenzgefahr. „Diese Situation hat auch mit der Schließung der Gastronomie zu tun, durch die die Frequenz in den Innenstädten im November deutlich eingebrochen ist. Beunruhigend ist, dass die angekündigte Verlängerung des Lockdowns für die Gastronomie die Situation in den Innenstädten noch verschärfen wird“, sagte Steinmetz.

Die IHK hatte bei NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) auf die Regelungen für Sonntagsöffnungen gedrungen. Das Oberverwaltungsgericht argumentierte nun, ein zusätzlicher Verkaufssonntag entzerre nicht den Kundenverkehr an einem Wochenende, sondern sorge vielmehr für zusätzlichen Kundenandrang. Das widerspreche dem Infektionsschutz, auf den sich das Land berufen hatte.

Das Urteil betrifft zwar nicht direkt den genehmigten verkaufsoffenen Sonntag in Rheydt am 13. Dezember. Weil aber höchstwahrscheinlich eine Veranstaltung („Advent in Rheydt“) kaum möglich sein wird, äußerte sich das Rheydter Citymanagement nicht optimistisch, dass die Geschäfte werden öffnen können.

Die IHK verweist darauf, dass es gerade keine Kaufzurückhaltung gebe, wohl aber leere Innenstädte. „Es wird gekauft – aber vor allem im Online-Handel, in Einrichtungshäusern und in Baumärkten. Ein verkaufsoffener Sonntag hätte dazu beitragen können, dass die Menschen entspannt die Innenstädte besuchen“, sagte Steinmetz.