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Mönchengladbach: IHK und Creditreform warnen vor hohem Insolvenz-Risiko 2021

Wirtschaft in Mönchengladbach : IHK warnt vor hohem Insolvenz-Risiko 2021

Die ganz großen Auswirkungen der Corona-Krise sind 2020 ausgeblieben, weil staatliche Hilfen sich bemerkbar gemacht haben und das Insolvenzrecht angepasst wurde. Das könnte sich aber 2021 in Mönchengladbach ändern, warnen IHK und Creditreform.

Die Zahl der Insolvenzen wird im kommenden Jahr deutlich zunehmen – auch wenn sich die allgemeine Situation der Wirtschaft wieder verbessern wird. Das zeigt eine Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein und der Creditreform Düsseldorf/Neuss zum wahrscheinlichen Ausfallrisiko von Unternehmen im kommenden Jahr. „Die Zahlen zeigen, dass die Anzahl der Insolvenzen selbst bei einer Erholung der konjunkturellen Lage deutlich steigen wird“, warnt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Insbesondere in Branchen wie dem Gastgewerbe drohen trotz der staatlichen Unterstützungsleistungen ernste Probleme.

Positiv und ein Zeichen für die Wirkung der Hilfsprogramme: In Mönchengladbach hat sich die Zahlungsverzugsdauer kaum erhöht.  Aber das Jahr sei vielen Unternehmen an die Substanz gegangen“, sagt André Becker von Creditreform. „Im Vergleich zum Jahr 2019 nimmt die Ausfallwahrscheinlichkeit in Mönchengladbach mindestens um 50 Prozent zu.“ Lag die Ausfallrate im Jahr 2019 noch bei 1,57 Prozent, steigt dieser Wert sogar im Falle einer schnellen Konjunkturerholung auf schätzungsweise 2,4 an. Bei einer mittleren Erholung steigt der Wert auf 3,4 an und ist mehr als doppelt so hoch als das Ausgangsniveau. Das Negativ-Szenario liegt sogar bei 4,16 Prozent. Im Gastgewerbe, das unter der Corona-Krise besonders leidet, würde das Negativ-Szenario eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 8,68 Prozent alleine im kommenden Jahr bedeuten. Auch bei den Logistikern sowie der Kunst-, Erholungs- und Unterhaltungswirtschaft ist das Insolvenzrisiko selbst im besten Fall deutlich erhöht. Dagegen könnte die Industrie mit einem blauen Auge davonkommen. „Seit dem Spätsommer geht es den Industriebetrieben wieder besser. Wenn die wirtschaftlichen Einschränkungen die Industrie nicht abwürgen, kann ich mir vorstellen, dass für das verarbeitende Gewerbe sogar das positivste Szenario gilt“, so Steinmetz.

Deswegen blicken IHK und Creditreform nicht nur sorgenvoll in die Zukunft. Becker weist zudem auf eine weitere positive Zahl hin. „In Mönchengladbach ist die Zahlungsverzugsdauer kaum gestiegen. Der durchschnittliche Zahlungsverzug liegt mit 15,44 Tagen nur leicht über dem 2019-Wert von 15,02 Tagen“, so Becker. „Das ist ein Zeichen dafür, dass Programme wie die Soforthilfe positiv gewirkt haben“, ergänzt Chris Proios von Creditreform.

(RP)