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Mönchengladbach: Herz-Experten geben Lesern Auskunft am RP-Telefon

Telefonaktion am 30. Oktober : Herz-Experten beantworten Leser-Fragen

Nicht erkannte Erkrankungen können zum sogenannten plötzlichen Herztod führen. Am Mittwoch, 30. Oktober, stehen Herz-Experten unseren Lesern am Telefon Rede und Antwort. Sie geben auch zu Risikofaktoren und Vorbeugung Auskunft.

Es passiert von einem Augenblick auf den anderen: Ein scheinbar gesunder Mensch bricht zusammen, wird bewusstlos. Wenn nicht sofort Wiederbelebungs-Maßnahmen eingeleitet werden, stirbt er. Man nennt das den plötzlichen Herztod, dem jedes Jahr in Deutschland mindestens 65.000 Menschen zum Opfer fallen. „Das müsste nicht sein. Der plötzliche Herztod ist kein schicksalhaftes Ereignis, von dem es kein Entkommen gibt“, sagt Herzspezialist Prof. Dietrich Andresen, der Vorstandvorsitzende der Deutschen Herzstiftung. Deshalb beschäftigen sich die diesjährigen „Herzwochen“ im November mit diesem Thema, denn Aufklärung tut not. Dazu soll auch eine Telefonaktion unserer Redaktion beitrage: Am 30. Oktober stehen von 15 bis 16 Uhr  die Mönchengladbacher Kardiologen Prof. Jürgen vom Dahl, Klaus Dominick und Carsten Stoepel am RP-Leser-Telefon für Fragen und Beratung auch zum Thema Vorsorge zur Verfügung.

Der plötzliche Herztod kommt nur scheinbar unerwartet. „Zugrunde liegt im Allgemeinen eine zum Beispiel nach einem Herzinfarkt bereits bekannte oder eine bisher nicht erkannte strukturelle Herzerkrankung“, erklärt Prof. Jürgen vom Dahl, Chefarzt der Kardiologie an den Kliniken Maria Hilf. Der plötzliche Herztod wird meist durch Kammerflimmern ausgelöst. Während das bekannte Vorhofflimmern unangenehm, aber normalerweise nicht gefährlich ist, ist das Kammerflimmern lebensbedrohlich. Es führt zum Tod, wenn keine Hilfe da ist.

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Bei jungen Menschen kann ein Virusinfekt schuld sein. Eine Atemwegsinfektion kann zu einer zunächst  unbemerkt bleibenden Herzentzündung führen. Das wiederum kann die Ursache für das lebensbedrohliche Kammerflimmern sein. Und dann brechen beispielsweise junge Sportler tot auf dem Fußballplatz zusammen. Ebenso kann bei jüngeren Betroffenen eine genetische Veranlagung vorliegen. Wenn schon die Eltern am plötzlichen Herztod gestorben sind, steigt das Risiko für die Erkrankung um das bis zu  Zehnfache.

 Carsten Stoepel, Chefarzt der Kardiologie und Internistischen Intensivmedizin des Krankenhauses Bethesda
Carsten Stoepel, Chefarzt der Kardiologie und Internistischen Intensivmedizin des Krankenhauses Bethesda Foto: Bauch, Jana (jaba)

Zu den Risikofaktoren gehören außerdem Diabetes, aber auch neurologische und psychiatrische Erkrankungen wie Epilepsie oder Schizophrenie. Es dürfe aber nicht vergessen werden, „dass 70 bis 80 Prozent der Fälle durch die koronare Herzkrankheit, vor allem durch die unbekannte koronare Herzkrankheit verursacht werden“, stellt Prof. Thomas Meinertz, Kardiologe aus Hamburg, in der aktuellen Broschüre der Deutschen Herzstiftung fest.

 Dr. Dominick, Praxis am Bunten Garten
Dr. Dominick, Praxis am Bunten Garten Foto: Bauch, Jana (jaba)

Die koronare Herzkrankheit ist die häufigste Erkrankung des Herzens. Dabei verengen Ablagerungen, Plaques genannt, die Herzkranzgefäße. Das ist ein Prozess, der sich über Jahrzehnte hinziehen kann und durch den westlichen Lebensstil begünstigt wird. Schließlich ist die Verengung so stark, dass die Blutversorgung des Herzens unter körperlicher oder seelischer Belastung nicht mehr ausreicht. Zum Kammerflimmern kommt es, wenn weitere Störungen, sogenannte Trigger, auftreten: zu viel oder zu wenig Kalium im Blut, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, die zu klinisch unbemerkten EKG-Veränderungen führen können, oder ein vegetatives Ungleichgewicht zum Beispiel durch Stress.

 Professor Jürgen vom Dahl, Chefarzt der Kardiologie der Kliniken Maria Hilf
Professor Jürgen vom Dahl, Chefarzt der Kardiologie der Kliniken Maria Hilf Foto: Kliniken Maria Hilf GmbH

Wie kann man  sich schützen? Die eigene Gefährdung erkennen, sich beim Arzt untersuchen  und behandeln lassen, Trigger vermeiden und Reanimationskenntnisse erwerben, um andere retten zu können, rät die Herzstiftung.