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Mönchengladbach: Herta Neumanns (101) Rezept für ein langes Leben

101. Geburtstag in Mönchengladbach : Für ihre Enkel ist Herta Neumann die Größte

Egal, welche Hürden ihr das Leben bescherte, Herta Neumann wusste sie zu nehmen und das Positive nicht aus den Augen zu verlieren. Feiern kann sie diesmal nicht – dann eben zum 102. Geburtstag im kommenden Jahr.

Wenn Jutta Wilms an den 100. Geburtstag ihrer Mutter Herta Neumann im vergangenen Jahr zurückdenkt, muss sie schmunzeln. „Es waren alle da. Wir haben mit mehr als 20 Gästen bei uns zu Hause gefeiert. Den Garten hatten wir mit einer großen 100 geschmückt, die im Dunkeln geleuchtet hat.“ Dieses Jahr musste der Geburtstag wegen der Pandemie viel kleiner ausfallen. „Wir hoffen sehr, dass wir 2021 wieder gemeinsam feiern können“, sagt Wilms. Dann hat die Familie ein Mitglied mehr. Denn Herta Neumann wird zum ersten Mal Urgroßmutter.

Sie liebt das Familiäre und die Geselligkeit, ist nicht gerne alleine. Deshalb ist sie in ihrem Zimmer im städtischen Altenheim Hardterbroich, in dem sie seit 2014 wohnt, auch selten anzutreffen. Gerne sitzt sie mit ihrer besten Freundin beim Kaffee oder nimmt an den Aktionen teil. Herta Neumann wuchs mit fünf Geschwistern in der Hafenstadt Memel im heutigen Litauen auf. Sie musizierten und sangen viel in der Familie, führten bei Familienfeiern auch schon mal ein Theaterstück auf. Zu ihrer Familie und der Heimatstadt hatte sie immer eine enge Bindung. „Sie blättert gerne in den alten Fotoalben und erzählt zu den Bildern herrliche Geschichten“, sagt ihre Tochter. 

Als Herta Neumann 80 war, besuchte sie mit einer Freundin die alte Heimat, aber leben wollte sie dort nicht mehr. Nach dem Krieg kam sie nach Schwanenberg, wo sie ihren späteren Mann kennenlernte, als Kinderpflegerin arbeitete und auch eine Einrichtung leitete. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie nach Mönchengladbach und wohnte direkt neben ihrer Tochter. „Als ich damals noch berufstätig war, hat sie mich mit den Kindern unterstützt. Sie hat für sie mittags gekocht, obwohl sie das eigentlich nicht gerne macht“, sagt Jutta Wilms.

Bei ihren Enkeln steht Herta Neumann hoch im Kurs. Für sie ist Oma die Größte. Am liebsten fährt sie mit ihrem Enkel im Auto stundenlang durch die Gegend. „Beide freuen sich darauf, wenn das nach Corona wieder möglich ist“, sagt Wilms. Besonders gerne besucht Herta Neumann die Dahlheimer oder die Tüschenbroicher Mühle. Kaffee und Kuchen dürfen dabei nicht fehlen.