Helge Kleifeld Der globale Stadtarchivar

Mönchengladbach · Unter dem Leiter eines Stadtarchivs stellt man sich einen würdigen älteren Herrn vor, der sich mit der Lupe über vergilbte Dokumente beugt. Bei Helge Kleifeld passt dieses Klischeebild nicht: Er fliegt in seiner Freizeit eine Cessna, ist als Motorrad-Freak weltweit unterwegs, spielt E-Bassgitarre und lehrt als Gastdozent in Usbekistan. Doch alles passt mit allem zusammen.

 Der Motorrad-Freak: Helge Kleifeld im Mai 2019 am Ortseingang der russischen Stadt Wolgograd, dem früheren Stalingrad.

Der Motorrad-Freak: Helge Kleifeld im Mai 2019 am Ortseingang der russischen Stadt Wolgograd, dem früheren Stalingrad.

Foto: Michael Schüchen

Gerade ist Helge Kleifeld von einer mehrwöchigen Reise auf einem Frachter nach Namibia zurückgekehrt, wo er bereits 2018 den Königsstein, den höchsten Gipfel des afrikanischen Landes, bestiegen hat. Wäre die Anreise nicht per Flugzeug schneller und einfacher gewesen? „Ja, aber ich wollte Urlaub auf den Spuren von Professor Ernst August Gries machen, der von 1911 bis 1925 in Südwestafrika gelebt hat und Lehrer an der deutschen Realschule in Windhuk gewesen ist“, sagt der 51-Jährige. Gries habe damals nur mit dem Schiff nach Afrika gelangen können. „Das wollte ich nachempfinden.“