Mönchengladbach: Haus Westland soll 2020 Geschichte sein

„Neunzehn Häuser“ : Haus Westland wird 2020 abgerissen

Der neue Investor Bema will zügig mit dem Neubau der „Neunzehn Häuser“ beginnen. Bis Ende 2019 will die Stadt Baurecht schaffen und den Abriss genehmigen. Aber vieles hängt vom neuen Busbahnhof ab.

Es war in den 1950er Jahren der Stolz der Stadt, ist jetzt aber die prominenteste Schrottimmobilie, die Mönchengladbach zu bieten hat. Und es wird voraussichtlich ab dem Jahr 2020 Geschichte sein: Ab dem ersten Quartal 2020 soll Haus Westland abgerissen werden. Das sagte der neue Investor, die Düsseldorfer Bema-Gruppe, am Montag auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München. „Es ist uns wichtig, dass wir dieses Projekt zeitnah angehen können“, sagte Bema-Geschäftsführer Marno Matthäs unserer Redaktion. Anschließend wird auf dem 6800 Quadratmeter großen Grundstück das Projekt „Neunzehn Häuser“ wachsen, das aus dem städtebaulichen Wettbewerb im vergangenen Jahr als Sieger hervorgegangen war. Damals war die Lüder GmbH noch Investor gewesen. Die Gruppe aus Hildesheim zieht sich aus dem Projekt zurück. Der Verkauf an die Bema-Gruppe wird auch formal noch im Oktober besiegelt.

Ralph Schneemann, ebenfalls Bema-Geschäftsführer: „Wir übernehmen die Gesamtplanung und setzen darauf auf. Der Entwurf ist sehr gut. Das Grundstück hat sehr großes Potenzial.“ Demnach soll ein gemischtes Quartier mit Hotels, Gastronomie, Einzelhandel, Büros und Wohnungen entstehen. „Wir können uns vorstellen, den Wohnanteil von derzeit fünf Prozent noch etwas zu erhöhen“, sagte Schneemann. Die Stadt hatte darauf gedrungen, der neue Investor solle die bestehenden Pläne übernehmen. Wann Baubeginn sein kann, ist nicht klar. Bau- und Planungsdezernent Gregor Bonin: „Wir wollen bis Ende 2019 Baurecht schaffen.“ Dann soll auch die Abrissgenehmigung vorliegen. „Das ist das wichtigste Projekt für Mönchengladbach“, sagte OB Hans Wilhelm Reiners.

Die Bema-Gruppe hat viel Erfahrung damit, ganze Quartiere zu entwickeln. Eines der größten aktuellen Projekte der Gruppe ist etwa das Barbaraviertel in Neuss, wo das ehemalige Pierburg-Werksgelände zu einem 56.000 Quadratmeter großen neuen Stadtteil umgebaut wird. Das Investment für die „Neunzehn Häuser“ liege im höheren zweistelligen Millionenbereich, sagte Ralph Schneemann. Die genaue Investitionssumme hänge von den Nutzungsanteilen etwa für Gewerbe und Wohnen ab.

Schneemann und Matthäs waren seit Beginn der Verkaufsverhandlungen im Sommer häufig in Mönchengladbach unterwegs und haben sich den Komplex, die Umgebung und die Planungen etwa für den Neubau gegenüber der Steinmetzstraße angeschaut. Dort entsteht auf drei brachliegenden Grundstücken ein neues Tor zum Gründerzeitviertel mit Neubauten für Wohnungen und Geschäfte, der Bebauungsplan dafür ist am Donnerstag Thema in der Ratssitzung. Dadurch, so Marno Matthäs, entstehe zwischen Hindenburgstraße und Gründerzeitviertel ein ganz neues Quartier.

Wie die Pläne für die „Neunzehn Häuser“ konkret umgesetzt werden, hängt davon ab, wie der Busbahnhof am Europaplatz künftig aussehen wird. Der Siegerentwurf des Hamburger Büros KBNK, das weiter am Projekt arbeiten wird, sah vor, dass die Baulinie bis an die Hindenburgstraße heranwächst. Bema bekräftigte am Montag, an diesen Planungen festhalten zu wollen. Allerdings ringen Stadt und NEW darum, wie viel Platz der Busbahnhof braucht und ob die verbleibende Fläche noch ausreicht, um einen funktionierenden Busbahnhof einrichten zu können. Die Idee, die Bushaltestellen auf die andere Seite der Schienen zum Platz der Republik zu verlegen, ist verworfen worden. Dies sei verkehrstechnisch hinter dem Hauptbahnhof nicht machbar, sagen Insider. Bonin bekräftigte, dass die freiwerdenden Grundstücke vor dem heutigen Haus Westland auch an Bema gehen sollten: „Wir wollen das gesamte Projekt in einer Hand belassen.“

(angr)
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