1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Hauptbahnhof Rheydt wird umgebaut. So kommen die Fahrgäste damit zurecht

Bauarbeiten in Mönchengladbach : Der Weg zum Zug führt in Rheydt über Umwege

Wegen Bauarbeiten sind die Gleise am Bahnhof aktuell nur über den Nachtzugang erreichbar. Nicht jeder Fahrgast kommt mit der Wegführung zurecht.

Wirklich glücklich ist Sandra Rosocha über den Weg zu ihrem Gleis in Rheydt nicht. Seit Montag führt der wegen Bauarbeiten durch einen wenig einladenden  Tunnel: „Gerade abends geht man hier als Frau nur ungern durch“, sagt sie. Der Weg sei schwer einsehbar und dreckig. „Natürlich musste für die dringend notwendigen Bauarbeiten eine Lösung gefunden werden. Aber vielleicht gibt es Möglichkeiten, den Tunnel zeitnah sicherer zu machen. Improvisierte Beleuchtung würde da schon helfen“, schlägt Rosocha vor.

Auch eine kleine Rampe an den Treppen vermisst sie. „Dann muss schweres Gepäck nicht den ganzen Weg getragen werden“, sagt sie und deutet auf ihren Koffer. Das richtige Gleis zu finden, sei hingegen kein Problem gewesen. Rot und weiß gestreifte Baken weisen den Weg zum Nachtzugang des Rheydter Bahnhofs. Wegen beginnender Bauarbeiten am Bahnhof ist dessen Empfangsgebäude und damit auch der Personentunnel aktuell geschlossen. Die Züge sind vorerst nur über den Tunnel zwischen Bahnhofstraße und Mittelstraße erreichbar.

  • So sollen Bahnkunden die Gleise künftig
    Verkehr in Mönchengladbach : So ändert sich jetzt der Zugang zum Bahnhof Rheydt
  • Kastanienbäume prägen das Bild am Gruitener
    Modernisierung : Verdrängt Aufzug die Kastanien am Bahnhof Gruiten?
  • Bahnlinie S7 (HBF Ohligs Richtung Innenstadt)
    Bahnverkehr zwischen Remscheid und Solingen : S7-Strecke bekommt neue Schienen

Einige Meter von Rosocha entfernt geht Erika Schlösser langsam über den Bahnsteig 2/3. Sichtlich verwirrt und etwas außer Atem sucht die 88-Jährige den Ausgang des Bahnhofs. Ein Mann mit Klapprad unter dem Arm kommt ihr zur Hilfe. „Die Umleitung muss auf jeden Fall noch besser ausgeschildert werden“, sagt er, während die beiden die Treppe hinunter gehen. „Gerade ältere Leute sollten sofort sehen können, wo es langgeht.“ Schlösser nickt zustimmend, während sie vorsichtig Stufe für Stufe nimmt. Auf einen barrierefreien Weg muss sie verzichten. Die Bahn will im November 2021 nach einer Mitteilung der Städtischen Entwicklungsgesellschaft EWMG und der Deutschen Bahn (DB) mit dem Einbau je eines Aufzugs zu den Bahnsteigen 2/3 und 4 beginnen. Ende 2022 sollen die Aufzüge dann nutzbar sein.

Schlösser ist inzwischen im Tunnel angekommen. Sie möchte ihre Cousine in Jüchen besuchen, doch die Weiterreise gestaltet sich auch vor dem Bahnhof schwieriger als erwartet. „Seit 25 Jahren fahre ich schon über Rheydt und kenne die Haltestelle eigentlich gut. Aber wo finde ich hier denn jetzt ein Taxi“, fragt sie und schaut sich ratlos um.

Hinter Schlösser warten Mitarbeiter der Radstation des Bahnhofs auf Kundschaft. Der Bahnhof wurde so abgesperrt, dass die Station über einen schmalen Weg trotzdem zu erreichen ist. Zwei zusätzliche Container werden in Zukunft als Büro und Lager für die Räder dienen. „Im Rahmen des Möglichen wurde alles getan, damit die Radstation weiter in Betrieb bleiben kann“, sagt Alf Scheidgen vom Vorstand der Diakonie in Mönchengladbach. „Da war die Abstimmung mit der EWMG und der Stadt sehr fair.“ Trotzdem schaue er mit Sorge auf die kommenden Monate: „Wir verlieren durch die Bauzäune an Sichtbarkeit und das wird, fürchte ich, wirtschaftliche Auswirkungen haben.“ Es werde aktuell überlegt, mit Flyern und einem Transparent auf die Radstation aufmerksam zu machen. „Zudem werden wir mit den Kollegen am Bonner Hauptbahnhof sprechen. Auch die haben lange mit Umbaumaßnahmen zu tun gehabt“, sagt Scheidgen.