Gespräche in Mönchengladbach Das liegt den Hardter Bürgern auf dem Herzen

Mönchengladbach · Bei den „Hardter Gesprächen“ werden Probleme angesprochen: der Ärger über Amazon-Lieferanten genauso wie die Sorge um den Kirmesplatz. Der Austausch zwischen Bürgern und Politikern hat in dem Stadtteil Tradition.

Antje Rometsch (l.) moderierte die 35. Hardter Gespräche, Monika Halverscheid und Pfarrer Burkhard Kuban antworteten auf Fragen der Bürger.

Antje Rometsch (l.) moderierte die 35. Hardter Gespräche, Monika Halverscheid und Pfarrer Burkhard Kuban antworteten auf Fragen der Bürger.

Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Den Hardtern liegt ihr Ortsteil am Herzen. Sie leben gerne dort, und wenn es etwas zu kritisieren gibt, bietet das Format „Hardter Gespräche“ die Möglichkeit, die Kritik zu kommunizieren oder Anregungen zu geben. Die 35. Hardter Gespräche fanden am Dienstagabend im Albert-Schweitzer-Haus statt. Die Beteiligung war mit rund 45 Besuchern wieder erfreulich groß. An Fragen mangelte es nicht, Antje Rometsch moderierte.

Monika Halverscheid, Bezirksvorsteherin für Mönchengladbach Nord, war nicht alleine als Ansprechpartnerin vor Ort. Ratsherr Fred Hendricks konnte auch so manchen wertvollen Beitrag leisten. Als ein Brunnen für den Marktplatz angeregt wurde, musste er diese Hoffnung im Keim ersticken: „Dafür ist angesichts der schlechten Haushaltslage kein Geld da. Es sind sogar vorhandene Brunnen stillgelegt worden.“

Gerd Brenner ist Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. Er setzt sich für junge Flüchtlinge ein, die alleine nach Deutschland gekommen sind. Sie leben derzeit in der früheren Förderschule. Viele seien stark traumatisiert. Brenner appellierte an die Hardter, offen auf diese jungen Männer zuzugehen.

Daniel Flachsenberg ist neuer Schützenpräsident. Er beklagte das Gefälle auf dem Festplatz, das den Zeltaufbau erschwere. Fred Hendricks versprach, einen Kontakt zur Mags herzustellen. Dass um den Festplatz herum Wohnhäuser gebaut werden sollen, ist zwar richtig. Hendricks erklärte dazu Folgendes: „Der Investor hat von seinem Vorhaben Abstand genommen. Es ist jetzt denkbar, dass zwei oder drei Investoren dort aktiv werden.“ Der Kirmesplatz sei in seinem Bestand nicht gefährdet.

Hendricks ging auch auf die Geldautomatensprengungen ein: „Bei der Sparkasse geht abends das Rolltor runter und die Volksbank arbeitet an einer ähnlichen Lösung. Der Zugang zu den Geldautomaten wird nur noch während der Öffnungszeiten möglich sein.“ Hiltrud van den Mey ist Vorsitzende des Heimat- und Bürgervereins Hardt. Sie regte sich auf, als beklagt wurde, dass in Hardt nicht mehr viel los sei. Ihr Verein habe sich aus der Organisation von Veranstaltungen zurückgezogen, weil die Resonanz zuletzt immer sehr gering gewesen sei. Die aktuelle Aufgabe des Vereins ist, das alte Hardt mit seinem Erscheinungsbild und seinen Denkmalen zu bewahren.

Bewohner der Häuser Römerkappe 1 bis 26 ärgern sich über Paketboten von Amazon. Sie umfahren den Poller und fahren zu schnell dort, wo sie eigentlich gar nicht fahren dürften. Fred Hendricks regte einen zweiten Poller an. Zurzeit sei es so, dass sich die weißen Kleintransporter zwischen dem Poller und dem Grün durchzwängen. „Die Wohnungsgesellschaft LEG tut nichts“, beklagte eine Anwohnerin. Der Versuch, mit den Amazon-Fahrern ins Gespräch zu kommen, sei gescheitert.

Um die LEG ging es auch bei einem anderen Kritikpunkt. Die Sanierungsarbeiten verliefen sehr schleppend und nach einem System, das für Laien nicht nachvollziehbar ist. „Ich glaube, dass wir damit leben müssen“, sagte Pfarrer Burkhard Kuban. Möglicherweise sei Materialknappheit verantwortlich für den langsamen Baufortschritt. Viele Bürger stören die Glascontainer an der Hardter Waldstraße wegen der Lärmbelästigung bei der Entleerung.

Fred Hendricks gab Folgendes zu verstehen: „Das liegt an der Bauruine. Wäre dieses Haus bewohnbar, wären die Glascontainer längst woanders aufgestellt worden.“ Das Gebäude, an dem derzeit nicht gearbeitet wird, weise große Baumängel auf: „Ich halte selbst eine Abrissverfügung nicht für ausgeschlossen“, erklärte Hendricks. Es gab aber auch Erfreuliches zu berichten: So sind die Hardter rundherum glücklich mit dem neuen Spielplatz im Hardter Wald – für sie ist es ein Vorzeigespielplatz. Ob die 36. Hardter Gespräche noch vor der Sommerpause stattfinden, ist eher unwahrscheinlich.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort