Mönchengladbach: Handwerks-Betriebe voll ausgelastet, lange Wartezeiten für Kunden

Konjunktur-Gutachten für Mönchengladbach : Konjunkturklima: Hochstimmung im Handwerk

Den Handwerksbetrieben in Düsseldorf geht es blendend. Sie trotzen der allgemeinen Abkühlung der Wirtschaft. Dennoch haben sie mit Problemen zu kämpfen, denn viele offene Stellen bleiben unbesetzt.

Die Stimmung im Handwerk ist rekordverdächtig gut. Das geht aus dem neuesten Frühjahrskonjunktur-Gutachten der Handwerkskammer (HWK) Düsseldorf hervor, die auch für Mönchengladbach zuständig ist. Der zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, ermittelte Geschäftsklima-Index im Kammerbezirk liegt aktuell bei 134. Das ist der zweitbeste jemals ermittelte Wert. Nur im Frühjahr 2018 lag er mit 136 Punkten leicht über dem jetzigen Niveau.

„Das Handwerk trotzt der generellen Abkühlung des Konjunkturklimas“, sagte HWK-Präsident Andreas Ehlert anlässlich der Vorstellung des Konjunktur-Gutachtens. „Im Durchschnitt aller Branchen hat sich die Hochstimmung in den vergangenen Herbst- und Wintermonaten sogar noch leicht verstärkt. Damit geht die Hausse im Handwerk in ihr zehntes Jahr.“ Und die positive Stimmung zieht sich quer durch alle Branchen, vom Bauhaupt- über das Ausbaugewerbe – zu dem beispielsweise Elektriker, Maler und Installateure zählen – über das Lebensmittel- bis hin zum Kraftfahrzeuggewerbe. Auch wenn sich das Geschäftsklima bei letzterem im Vergleich zum Frühjahr 2018 abgekühlt hat. So beurteilen 54 Prozent der Handwerksbetriebe ihre Lage als positiv, nur sieben als negativ. Auch die Umsatzerwartungen sind überwiegend positiv. 35 Prozent der Unternehmen erwarten steigende Umsätze, 52 Prozent gehen davon aus, dass sie konstant bleiben werden, nur 14 rechnen mit einem Rückgang. Ähnlich gut ist die Situation der Auftragslage. 84 Prozent beurteilen sie als positiv oder gleichbleibend, nur 16 sehen eine Verschlechterung. „Die Kapazitäten der Unternehmen sind im Schnitt aller Branchen aktuell zu 81 Prozent und damit faktisch voll ausgelastet“, so Ehlert weiter. Die hohe Auslastung führe dazu, dass die Kunden im Schnitt 8,8 Wochen auf einen Handwerker warten müssten, am Bau seien es sogar 14 Wochen. „Positiv ist es auch, dass die Unternehmen ihre verbesserte Ertragssituation nutzen, um stärker in Anlagen und die Digitalisierung zu investieren.“ Sorgen bereitet der anhaltende Fachkräftemangel. „Das Handwerk könnte noch stärker zulegen, wenn es den eklatanten Fachkräftemangel nicht gäbe“, so Ehlert weiter. „Ob das Handwerk auch in Zukunft wachsen kann, hängt ganz entscheidend davon ab, dass die Berufsbildung im Wettbewerb mit akademischer Bildung für ganz unterschiedliche Zielgruppen attraktiv ist.“

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