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Mönchengladbach: Handwerk ruft Kommunen dazu auf, Aufträge zu vergeben

Corona-Krise in Mönchengladbach : Handwerk: Kommunen müssen Aufträge vergeben

Einige Gewerke wie Elektriker haben zwar noch gut zu tun. Dennoch sind vielen Handwerksbetrieben die Aufträge weggebrochen.

Es ist etwa vier Wochen her, da war das Handwerk in der Region noch im Boom. Doch auch nach Eintreten der Corona-Krise gibt es noch immer Gewerke, in denen die Betriebe relativ normal weiter arbeiten können. Vor allem Elektriker, Tischler und Fachkräfte für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik haben noch immer gut zu tun. „Andere Gewerke haben aber ganz erhebliche Probleme, vor allem die Friseure“, sagt Kreishandwerksmeister Frank Mund. Aber auch die Kfz-Betriebe sind stark betroffen. Die Werkstätten sind zwar geöffnet, aber für den Verkauf haben einer Umfrage der Branche zufolge 70 Prozent der Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Online werden eben nur sehr wenige Autos verkauft. Und zudem sorgen sich die allermeisten möglichen Kunden mehr darum, wie sie ihre laufenden Rechnungen bezahlen sollen, als ein neues Auto zu kaufen.

Was aber auch den Handwerksbetrieben Sorge bereitet, die noch gut zu tun haben, ist die Versorgung mit Materialien und Ersatzteilen. „Unsere Handwerker stehen am Ende der Lieferketten, die in der Krise unter Druck geraten sind“, sagt Mund. „Eine solche Situation habe ich noch nicht erlebt: Gerade erst war die Arbeit nicht mehr zu schaffen, und jetzt haben viele Betriebe Probleme, ihre Mitarbeiter zu beschäftigen.“

Deshalb hat die für Mönchengladbach zuständige Handwerkskammer nun die Kommunen in der Region dazu aufgerufen, jetzt Auftragsprojekte zu vergeben. „Wir dürfen nicht darauf warten, dass es vorbei ist. Wir brauchen jetzt Mut zur Entschlossenheit in den Rathäusern, Mut zur Auftragsvergabe“, sagte Kammerpräsident Andreas Ehlert. Es gebe genug zu tun, das Handwerk brauche jetzt Aufträge. Gerade öffentliche Gebäude, Hochschulen, Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude könnten bei jetzt verordnetem Leerstand renoviert oder saniert werden. „Wer als Betrieb heute Arbeit bekommt, braucht eventuell morgen weniger Subvention“, so Andreas Ehlert. Die aber sind für Kreishandwerksmeister Frank Mund unumgänglich: „Die Wirtschaft wird nach der Krise Investitionen in der Größenordnung der jetzigen Soforthilfen brauchen, um den Wiederanlauf hinzubekommen.“