Mönchengladbach: Gymnasium erweitert Ausstellung in Gedenken an Hugo Junkers

Erinnerung an Rheydts Ehrenbürger : Gymnasium erweitert Ausstellung in Gedenken an Hugo Junkers

Schüler erarbeiteten zum Lebenslauf des Flugzeugpioniers eine Stop-Motion-Animation mit Playmobilfiguren. Exponate und Kunstwerke entstanden in Projektkursen.

In Verbindung mit Hugo-Junkers’ Namen denkt beinahe jeder an das heute als JU 52 bekannte Flugzeug. Die Dauerausstellung im Gymnasium an der Brucknerallee zeigt eindrucksvoll, wie viele Facetten mehr der geniale Ingenieur zu bieten hatte: Er erfand die Warmwassertechnik, war Flugzeugpionier und Metallbauarchitekt. Anlässlich der Umbenennung der naturwissenschaftlichen Schule Rheydt in Hugo-Junkers-Gymnasium vor 60 Jahren wurde nun die 2009 eingerichtete Dauerausstellung um kreative Ausstellungsobjekte aus Schülerhand erweitert.

Zur Eröffnung erinnerte Schulleiter Torsten Petter an Junkers’ Vision, Menschen einander über das Fliegen näher zu ringen. Damit entspreche sein Name dem Wertekanon des Gymnasiums, das Junkers einst besuchte und heute Schüler aus über 50 Nationen zusammenführt. Ebenso bekenne sich die Schule zu Junkers’ Lebenseinstellung von einem Ineinandergreifen der Werte Leistung, Kreativität und Verantwortung.

Die Erinnerung an den Rheydter Ehrenbürger biete die Möglichkeit zur zukunftsorientierten Identifikation, betonte Bürgermeister Ulrich Elsen. Junkers Vorstellung einer weltumspannenden Verbindung sei eine Friedensbotschaft gewesen. Der Bürgermeister bekundete seine Hoffnung, dass die erweiterte Ausstellung den Namen Junkers noch weiter in die Stadt tragen werde, auf dass sich vielleicht doch noch in Rheydt ein Platz für ein Gedenken an ihn finde. Die Schüler Julia Brzuskiewicz und Max Adamczyk erinnerten an die Lebensleistung des Namensgebers ihrer Schule, der als Pazifist und Demokrat von den Nationalsozialisten enteignet wurde.

Innerhalb der Ausstellung fasst die von Schülern erarbeitete Stop-Motion-Animation mit Playmobilfiguren dessen Lebenslauf zusammen. Exponate und Kunstwerke entstanden in dem von Geschichtslehrer Dimitrios Kritsimos geleiteten Q1-Geschichts-Kunst-Projektkurs „Hugo Junkers“. Das beherrschende Graffiti mit dem dreifach gereihten Porträt greife symbolisch die drei wesentlichen Aspekte der Ausstellung auf mit Junkers als Flugzeugpionier, Architekten und Erfinder der Warmwassertechnik, so Kunstlehrer Stephan Merschieve. In Verbindung mit dem Museum in Dessau stellte Schüler Jannick Eßer im 3-D-Druck ein Strömungsmodell der F13 her. Es hilft Einblick in die Aerodynamik zu gewinnen.

Sena Nur Güngor greift das Thema in Gedichten auf, die von Mitschülerin Sophie Witt illustriert wurden. Beeindruckend ist ebenso Zilan Atkis Flugzeugdarstellung über ein komplexes Netzwerk von Fäden. Die Ausstellung kann an Schultagen von 8 bis 14 Uhr im Haupttreppenhaus besichtigt werden und ist über den Eingang Brucknerallee 58 zugänglich. Einen einfachen Zugang ermöglicht zudem eine neue, kostenfreie interaktive Ausstellungsführung mittels App.