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Mönchengladbach: Grüne wollen den Entsorger GEM auflösen

Doppelstrukturen : Grüne wollen die GEM auflösen

Die Entsorgung soll auf die Mags konzentriert werden, um Kosten zu sparen.

Die Grundstückseigentümer der Stadt bekommen in den nächsten Tagen Post von der Stadttochter Mags, die Daten wissen will, um die Müllgebühren neu berechnen zu können. Die Müllautos aber schickt die GEM, und wenn man Bürger fragt, wer ihren Abfall abholt, der bekommt in 98 Prozent diese Antwort: „Natürlich die GEM.“ Hinter ihr steckt die Gesellschaft für Wertstofferfassung, Wiederverwertung und Entsorgung Mönchengladbach mbH – kurz GEM. Sie ist ein Tochterunternehmen der Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe AöR – kurz Mags.

Beide Unternehmen gehören zur Stadt, beide haben jeweils eine Geschäftsführung und jede ein Kontrollgremium, das über den jeweiligen Betrieb Aufsicht führt. Bei der Mags ist das ein Verwaltungsrat, bei der GEM ein Aufsichtsrat. „Das ist zu kompliziert“, finden die Grünen und ziehen die Schlussfolgerung: Die GEM ist aufzulösen. „Das werden wir in den zuständigen Ausschüssen beantragen“, sagt Ulla Brombeis, Vize-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat und Vorsitzende des Ausschusses für Finanzen und Beteiligungen. Bereits für die Ratssitzung am Donnerstag, 11. Oktober, wollen die Grünen einen entsprechenden Antrag vorlegen.

Brombeis’ Parteifreund Gerd Brenner, der als umweltpolitischer Sprecher der Fraktion auch dem Verwaltungsrat der Mags angehört, ist sicher, dass mit der GEM-Auflösung Kosten eingespart werden können. „Unter einem einzigen einheitlichen Dach für die Abfallentsorgung kann man die jetzige operative Struktur der GEM erhalten und sichern, das ganze Feld für den Gebührenzahler aber günstiger aufstellen“, sagt er und listet auf: „Es fallen jetzt doppelte Kosten an, beispielsweise für Geschäftsführung, Aufsichts- und Verwaltungsrat, Wirtschaftsprüfer. Die Entsorgung hat in Mönchengladbach sozusagen zwei Köpfe – und das ist teuer.“ Außerdem macht er auf eine Zuständigkeitsaufteilung aufmerksam, die tatsächlich ein kompliziertes Gebilde ist. Brenner: „Die Müllautos kommen von der GEM, die Abfallgebührenbescheide versendet die Mags, deren Verwaltungsrat auch die städtische Abfallsatzung beschließt. Wer Sperrmülltermine vereinbaren will, wendet sich an die GEM. Restmüll- und Biotonnen muss man bei der Mags anmelden.“ Eine Gruppe soll durch eine GEM-Auflösung keine Nachteile erleiden, sagen die Grünen: die Müllwerker.