Politik in Mönchengladbach Grüne Jugend gegen Braunkohle-Plan der Grünen-Minister

Mönchengladbach · Die Nachwuchsorganisation der Mönchengladbacher Grünen kritisiert Robert Habeck und Mona Neubaur scharf wegen des Beschlusses, dass Lützerath abgebaggert wird. Und sie kündigt Widerstand an.

 Der Braunkohletagebau kurz vor dem verlassenen Ort Lützerath.

Der Braunkohletagebau kurz vor dem verlassenen Ort Lützerath.

Foto: dpa/Arnulf Stoffel

Die Nachwuchspolitiker der Grünen in Mönchengladbach haben sich gegen die Pläne von Bund und Land gestellt, dass das Erkelenzer Dorf Lützerath der Braunkohle weichen muss. Die grüne Jugend kündigte Widerstand an gegen den Beschluss, der unter anderem von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur am Dienstag verkündet wurde – beide sind Grünen-Politiker. „Wir zweifeln an der Aussagekraft der vorgelegten Gutachten. Die Energieversorgung Deutschlands kann ohne die Braunkohle unter dem Dorf gesichert werden. Dazu ist das Abbaggern Lützeraths nicht notwendig“, wird Josy Wichards, Sprecherin der Grünen Jugend Mönchengladbach, in einer Mitteilung zitiert.

Habeck hatte am Dienstag in einer Pressekonferenz mit Neubaur und RWE-Vorstandschef Markus Krebber die Vereinbarungen als klimapolitischen Erfolg bezeichnet. Dadurch blieben 280 Millionen Tonnen Braunkohle in der Erde. Die Vereinbarung sieht den Kohleausstieg im Rheinischen Revier für 2030 vor. Dafür sollen zwei RWE-Kraftwerksblöcke, die eigentlich bis Jahresende stillgelegt werden sollten, weiter laufen und Energie für die Versorgungssicherheit in Deutschland produzieren. Dafür werde die unter Lützerath liegende Kohle gebraucht, sagte Neubaur am Dienstag.

Der Tagebau liegt unmittelbar an der Grenze zu Mönchengladbach, weswegen der Aufruhr bei der Mönchengladbacher Grünen Jugend groß ist. „Wenn Bündnis 90/Die Grünen wirklich zulässt, dass RWE für kurzfristige Profite Lützerath abbaggert, die Klimaschutzziele aus dem Pariser Abkommen 2015 ignoriert und damit die 1,5-Grad Grenze über Bord wirft, dann verliert die Partei an jeglicher Glaubwürdigkeit“, sagt Fabian Sneider, Sprecher der Grünen Jugend. „Der Kohleausstieg 2030 muss so oder so kommen. Und das nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern in ganz Deutschland.“ Die Energiekrise und die Klimakrise dürften allerdings nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Deswegen werden wir uns den kommenden Protesten anschließen.“

(angr)
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