Mönchengladbach: Gründerinnen von "Fil Mea" eröffnen Unverpackt-Laden in Windberg

Neuer Unverpackt-Laden in Mönchengladbach : Zwei Gründerinnen machen Umweltschutz zum Geschäftsmodell

In ihrem Laden „Fil Mea“ wollen Judith Grünewalds und Gizem Bulut Kunden davon zu überzeugen, Lebensmittel ohne Verpackung einzukaufen. Bei der Gründerwoche stellten sie ihr Start-up vor, das auch schon das NRW-Wirtschaftsministerium überzeugte.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind Gizem Bulut und Judith Grünewald wichtig. Also gründeten die beiden jungen Frauen ihr eigenes Unternehmen mit dem Geschäftsmodell Umweltschutz. Anfang Dezember wollen sie ihr Ladenlokal „Fil Mea“ in Windberg eröffnen, dabei handelt es sich um einen Unverpackt-Laden, in dem Kunden Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs ohne Verpackung werden kaufen können. Im Rahmen der Gründerwoche Mönchengladbach stellten die beiden Gründerinnen ihr Konzept vor.

Dass die Idee großen Anklang findet, macht sich schon beim Vortrag Buluts und Grünewalds bemerkbar. Das kleine Ladenlokal ist an diesem Freitagnachmittag der Gründerwoche prall gefüllt, die Besucher möchten einen Blick darauf werfen und erfahren, wie die beiden Mittzwanzigerinnen auf die Idee zur Gründung kamen.

Beide kommen aus Mönchengladbach, zogen aber für ihr Studium nach Köln, wo ein nachhaltiges Leben einfach war: „Wir hatten einen Unverpackt-Laden vor der Tür und einen Gemüsehändler um die Ecke. Wenn wir zu Besuch in Mönchengladbach waren, hat uns das gefehlt“, sagt Judith Grünewald. „Wir fragen uns, wie unsere Welt wohl in 60 Jahren aussehen soll. Umweltschutz geht uns deshalb alle etwas an.“

Wer bei Nachhaltigkeit nur an trockene Hülsenfrüchte und Reis denkt, liegt allerdings falsch. So modern wie das Ambiente im Fil Mea, soll auch ihr Sortiment werden. „Natürlich wird es bei uns auch Nudeln und Linsen geben, aber auch Süßigkeiten wollen wir anbieten. Außerdem möchten wir uns auf Nischenernährung spezialisieren und unter anderem Basisches anbieten“, so die jungen Gründerinnen. Hilfe bei der Umsetzung ihres Konzepts bekamen sie vom Unverpackt-Verband, der ganze Businesskonzepte zur Verfügung stellt, und von der Wirtschaftsförderung, die die beiden nach eigenen Angaben unterstützten und von Beginn an an die Idee glaubte. Unterstützt werden sie zudem durch das Gründerstipendium des Landes NRW. Erst kürzlich überreichte ihnen NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) die Förderbescheide.

Viele Höhen und Tiefen mussten Gizem Bulut und Judith Grünewald in den vergangenen Monaten erleben. Doch was ist das Wichtigste, wenn man ein Start-up gründen möchte? „Mut! Viel Mut“, ist Bulut sicher. „Es ist ein großer Schritt, für etwas so Unsicheres seinen Job aufzugeben oder sogar parallel dazu zu gründen.“

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