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Mönchengladbach: Große Bescherung für Bedürftige bei der Tafel

Weihnachtsaktion in Mönchengladbach : Bescherung bei der Tafel

Deutlich mehr Pakete als im Vorjahr haben die Gladbacher bei der Tafel abgegeben. Jetzt nahmen Bedürftige die Gaben mit nach Hause.

Riesige Berge von bunt verpackten Geschenken liegen in der Halle bereit, die von fleißigen Helfern sortiert und an die Kunden verteilt werden. Ein bisschen erinnert die Szene an die Weihnachtswerkstatt vom Christkind, wie man sie sich als Kind vorgestellt hat. Mitarbeiter der Tafel verteilen die Pakete an Bedürftige, die sich sichtlich darüber freuen: „Vielen Dank, bleibt gesund und schöne Weihnachten“, sind Worte, die oft von den Beschenkten zu hören sind, als sie den Tafel-Laden im Nordpark wieder verlassen.

Die 1864 Pakete sind zum Großteil hübsch in weihnachtlichem Geschenkpapier verpackt und dekoriert. Kleine Hefte mit Kindergeschichten, ein blaues Perlenarmband und Haarspangen kleben auf einem der Päckchen, über das sich ein paar Kinder besonders freuen dürfen. Außerdem sind die meisten Geschenke mit Listen versehen, die den Inhalt wiedergeben. „Wir bitten immer darum, haltbare Lebensmittel zu spenden. Oft sind Konserven dabei, aber auch Kaffee, Kakao, oder Süßigkeiten zum Beispiel“, erklärt Monika Bartsch, Vorstand der Tafel. Auch Nudeln und Reis befinden sich laut Listen häufig in den Paketen. In diesem Jahr sind rund 300 Pakete mehr zusammengekommen als im vergangenen Jahr: „Ich glaube, dass die Leute durch die besondere Situation noch mehr zu spenden bereit sind als sonst“, so Bartsch.

  • Foto: Berufskolleg Niederberg
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Am Morgen sind es schon um die 250 Menschen, die sich an den Päckchen bedienen dürfen. Dazu müssen sie ihren Personalausweis und einen Leistungsbescheid vorzeigen: „Wir müssen natürlich sicher gehen, dass das, was die Bürger spenden, auch sicher bei den Richtigen ankommt“, sagt Monika Bartsch. Vor dem Eingang der Tafel im Nordpark bildet sich eine lange Schlange, und die Besucher werden bei dem strömenden Regen ganz schön nass. Doch davon lassen sie sich ihre Laune nicht verderben: „Ich komme schon seit fünf Jahren hierher und ich bin absolut froh, dass es diese Aktion gibt. Es ist wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen. Wenn ich es mir irgendwann leisten kann, gebe ich gerne auch etwas zurück und spende“, erzählt Jörgen Ludge (61). Er möchte mit den Päckchen sich und seinen Hund versorgen.

Für die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und des Mindestabstands bekommen die Bedürftigen alle einen eigenen Einkaufswagen. Mitarbeiter der Tafel achten außerdem darauf, dass sie ihren Mund-Nase-Schutz korrekt tragen und auch in der Warteschlange genügend Abstand zueinander halten. In den Raum der Päckchenausgabe dürfen außerdem nur zehn Personen gleichzeitig. „Bisher läuft das alles sehr diszipliniert und ohne Probleme ab“, sagt Monika Bartsch und freut sich.

Die Anzahl der Pakete, die jeder bekommt, ist an die Personenanzahl des zu versorgenden Haushaltes angepasst. „In diesem Jahr haben wir so viele Pakete, dass die Leute auch ruhig mal zwei oder drei mit nach Hause nehmen können“, sagt Bartsch. Unter den Bedürftigen seien oft ältere Leute, aber vor allem auch Familien, erklärt sie. Dazu gehört auch Jenny Ramadani. Sie ist Mutter von sechs Kindern und erwartet bereits das siebte Kind. Die 35-Jährige sei erst vor kurzem nach Mönchengladbach gezogen und zum ersten Mal bei der Weihnachtspäckchenausgabe der Tafel: „Das ist hier wirklich eine super Aktion“, sagt sie und schiebt den vollen Einkaufswagen mit Lebensmitteln für ihre Kinder hinaus.

Die Päckchen konnten Mönchengladbacher zwei Wochen lang an verschiedenen Sammelstellen abgeben. Unter anderem waren Bäckereien, ambulante Pflegedienste, Filialen der Volksbank und die NEW dabei. Einen Tag vor der Ausgabe konnten die Pakete außerdem direkt bei der Tafel im Nordpark abgegeben werden. In diesem Jahr seien besonders viele Päckchen bereits im Vorfeld an den Sammelstellen abgeliefert worden, so Monika Bartsch.