Mönchengladbach Gnadenhof

Mon-Ro-Ranch in Mönchengladbach: Die Waschbär-Bande

Seit vielen Jahren ist die Mon-Ro-Ranch in Merreter ein Gnadenhof für Tiere. Schweine, Ziegen, Schafe, Pferde, Katzen, Hunde und mehr halten das Team auf Trab. Vier Waschbären sorgen seit September für noch mehr Trubel. Am Sonntag, 28. Oktober, wird das Herbstfest auf der Ranch gefeiert.

Zwei kugelrunde Augen schauen neugierig durch die vermeintliche Brille, die kleinen Händchen greifen durch das Gehege und halten die Hand des Besuchers fest, die Tatzen sind weich. Mit dem spitzen Näschen wird eifrig geschnuppert. Irgendwo muss doch Futter sein. Die vier Waschbären sind echte Entertainer. Ruhe scheinen sie nicht zu kennen. Dann kommt Alina Bell mit einer Banane. Sofort sind zwei der vier Geschwister zur Stelle und greifen nach der süßen Frucht. „Waschbären waschen instinktiv alles, was ihnen in die Pfoten kommt. Auch wenn sie beim Graben Steinchen finden, werden die gesäubert. Waschbären können auch schwimmen“, erklärt sie. Außer Früchten essen die Kleinbären auch Eicheln, Walnüsse, Kürbis und lebendiges Futtter wie Mehlwürmer und Maden.

Seit Anfang September stellen die vier Geschwister das Leben der zehn ehrenamtlichen Helfer der Mon-Ro-Ranch in Merreter auf den Kopf. Sie kamen durch einen Kontakt aus dem Tierheim in Wiehl auf den Gnadenhof. Dort wurden die vier Kleinen in einem Carport gefunden. „Der diente der Familie wohl als Rückzugsort. Doch von der Mutter fehlte jede Spur“, sagt Alina Bell. „Wir vermuten, dass sie tot ist, wahrscheinlich ist sie erschossen worden. Waschbären sind nämlich zum Abschluss freigegebenen, weil sie eine sogenannte ,Invasive Art’ sind.“

Die Waschbären sind ausgesprochen zutraulich. Mit ihren weichen Pfötchen greifen sie gern nach den Händen der Besucher. Foto: Melanie Schmerling

Die Kleinbären kommen ursprünglich aus Nordamerika und sind seit Mitte des 20. Jahrhunderts auf dem Europäischen Festland, im Kaukasus und in Japan vertreten. Daher darf man sie auch nicht auswildern. Und deshalb heißt das Ziel von Alina Bell und dem Team: Neckita, Miko, Backy und Headly sollen möglichst schnell ein neues Gehege bekommen. Das bestehende wird der Rasselbande nämlich allmählich zu klein.

Die vier jungen Bären nutzen jeden Winkel, und jedes neue Spielzeug wird sofort ausprobiert. Das Highlight ist im Moment ein großer Kratzbaum. Alle vier Bären toben gleichzeitig darauf herum. Da wird nach dem Schwanz des Geschwisterchens gegriffen, der da so herrlich baumelt, oder die kleinen Pfoten greifen danach. Beliebt sind auch die Hängematten. Haedly versucht in eine davon zu klettern, fällt dann aber mit einem Krachen herunter. Aber kurze Zeit später tobt das Waschbär-Mädchen wieder mit den Geschwistern herum. Höhlen stehen den Bären als Rückzugsort zur Verfügung.

Die Gesichter der kleinen Waschbären sind ausgesprochen niedlich. Foto: Melanie Schmerling
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„Der Bau des Geheges wird rund 5000 Euro kosten.“, sagt Alina Bell. Der Betrag muss aus Spenden finanziert werden. „Für uns zählt jeder Euro“, betont Alina Bell. Aber auch Materialspenden sind willkommen. Das neue Gehege soll mit Stabgittermatten und speziellen Steinen gesichert werden. „Waschbären sind sehr intelligent. Die würden sonst einen Weg heraus finden.“

Um den Menschen die Ranch näher zu bringen, findet am Sonntag, 28. Oktober, von 11 Uhr bis 17 Uhr ein Herbstfest auf der Mon-Ro-Ranch statt. Die Besucher können die Ranch besichtigen, sich an Infoständen beraten lassen oder auf dem Flohmarkt shoppen. Außerdem gibt es eine Tombola, eine Hüpfburg, und Kinder können sich schminken lassen. Das Trio „Summer of Love“ lockt noch einmal musikalisch den Sommer hervor. Der Erlös kommt den Tieren zugute und wird zum Bau des neuen Geheges verwendet. Neben den Waschbären versorgt das Team unter anderem vier Pferde, mindestens 15 Streunerkatzen, drei Schwarznasenschafe, vier Kühe, ein Lama und viele mehr. Auch Nasan und weitere Herdenschutzhunde haben auf dem Gelände ein neues zu Hause gefunden.

Update: In einer vorherigen Version des Artikels hieß es, das Herbstfest finde am Samstag, 27. Oktober statt. Richtig ist, dass das Fest am Sonntag, 28. Oktober, 11 bis 17 Uhr stattfindet. Wir haben dies korrigiert.

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